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Grevenbroich: Rat setzt Frist für Erfthalle

Grevenbroich : Rat setzt Frist für Erfthalle

Der Rat will bis zum 31. März 2012 über die Zukunft der Erfthalle entscheiden. Bis dahin soll Bürgermeisterin Ursula Kwasny die Gelegenheit haben, mit potenziellen Investoren zu verhandeln. Es gibt zwei Interessenten.

Der Rat hat seine Entscheidung zur Erfthalle bis zum ersten Quartal des nächsten Jahres aufgeschoben. Damit will er der Bürgermeisterin die Gelegenheit bieten, in Ruhe die Gespräche mit potenziellen Investoren zu führen, die das Gebäude erwerben wollen. Spätestens zum 31. März 2012 soll Ursula Kwasny die Ergebnisse vorlegen. "Wenn bis dahin kein Investor gefunden wird, werden wir endgültig über den Abriss entscheiden", stellte CDU-Fraktionschef Norbert Gand klar. Der gleichen Meinung ist die SPD: "Es kann nur ein entweder/oder geben", erklärte Fraktionsvize Holger Holzgräber.

Autohändler ist interessiert

Ein in Grevenbroich lebender Autohändler ist an einer Übernahme der Erfthalle interessiert. Er hat im Rathaus bereits ein Nutzungskonzept eingereicht, das allerdings unvollständig ist. Wie Ursula Kwasny erklärte, müsse der Investor noch nachweisen, dass er finanziell in der Lage ist, die Versammlungsstätte wieder in Betrieb zu nehmen. "Dass die Finanzierung durch den Verkauf von Vermögen in der Türkei und in Deutschland sichergestellt werden soll, ist wenig konkret", bemängelte Holger Damaske von den Aktiven Bürgern. Er bat um konkretere, qualitativere Angaben. Die will Ursula Kwasny in den nächsten Monaten liefern.

Welche Veranstaltungen der Autohändler in Frimmersdorf plant, blieb im öffentlichen Teil der Ratssitzung unbeantwortet. Die Politiker beschäftigten sich hinter verschlossenen Türen mit dem Nutzungskonzept. Wie die Bürgermeisterin andeutete, hat sich zwischenzeitlich ein zweiter Interessent für die Halle gemeldet, ein Gastronom. Auch mit ihm will Kwasny in den nächsten Wochen und Monaten verhandeln. Für FDP-Fraktionschef Manfred Hermanns wichtig: "Dabei sollen auch die Wünsche der Bürgerinitiative und der örtlichen Vereine berücksichtigt werden."

"Gegengutachten" abgelehnt

Die Erfthalle wurde vor mehr als einem Jahr aus Brandschutzgründen für Veranstaltungen stillgelegt. Nach Angaben eines von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachtens sind mindestens 1,6 Millionen Euro notwendig, um das Gebäude wieder wie früher nutzen zu können. Die Frimmersdorf-Neurather Initiative geht indes davon aus, dass die Sanierung für gut eine Million Euro preiswerter zu haben ist. Ihr vor wenigen Wochen vorgestelltes "Gegengutachten" spiegelte sich in der Ratsdiskussion jedoch nicht wider. In der Beratungsvorlage für die Politiker hatte die Verwaltung deutlich gemacht, dass sich aus dem Papier des Aktionsbündnisses "keine hinreichenden Erkenntnisse ergeben, die das von der Stadt beauftragte Gutachten widerlegen".

(NGZ)