Rat der Stadt Grevenbroich beschließt Entlastungen für Kita-Eltern

Kita-Beiträge in Grevenbroich: Eltern werden durch Sofortmaßnahmen entlastet

Viele Eltern von Kindergartenkindern werden ab dem nächstem Kita-Jahr finanziell entlastet. Einstimmig beschloss der Rat mehrere Änderungen der Elternbeiträge, die für Familien Verbesserungen bedeuten.

Zum einen werden ab August die Beiträge linear um zwei Prozent reduziert. Eine besondere Entlastung gibt es für Familien mit geringem Einkommen. Bislang wurden Elternbeiträge ab einem Jahreseinkommen von 15.000 Euro erhoben. Diese Grenze wird angehoben. Künftig bleiben Familien mit einem Jahreseinkommen unter 25.000 Euro beitragsfrei.

Ein weitere wichtige Änderung: Die bisherige Stichtagsregelung entfällt. Bislang mussten viele Eltern für Kinder, die drei Jahre alt werden, bis zum Ende des Kita-Jahres weiter die höheren Beiträge für U3-Betreuung entrichten. Das sorgte für Ärger. Künftig ändert sich der Beitrag zum 1. des Monats, in dem das Kind das dritte Lebensjahr vollendet, ab dann wird nach dem Satz für Kinder ab drei Jahren abgerechnet.

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Eine inhaltliche Diskussion gab es im Rat nicht mehr, wohl aber die Frage, wer sich die Verbesserungen auf die Fahnen schreiben könne Susanne Wasen (CDU) hatte festgestellt, dass die SPD auf ihrer Homepage, „den Erfolg ganz allein für sich reklamiert. Dabei war es die CDU-Fraktion, die hier Vorreiter war, mit Ausnahme der Stichtagsregelung“. – „Ich finde es löblich, dass sie so intensiv unsere Homepage studieren“, entgegnete SPD-Fraktionschef Horst Gerbrand. „Das Ergebnis zählt, und das ist gut.“ Dabei sei nicht so wichtig, wer welchen Antrag zuerst gestellt habe. „Wir haben es gemeinsam geschultert“. FDP-Fraktionschef Markus Schumacher betonte: „Mein Eindruck ist, dass es vor allem ein Erfolg der Eltern-Initiative und damit bürgerschaftlichen Engagements ist“. Die Initiative „Kita-Abzocke? Nein Danke“ habe sich für Verbesserungen stark gemacht, danach seien „hektisch“ Anträge formuliert worden.

Rebecca Siebert, Gründerin der Initiative, ist mit der Verabschiedung des Soforthilfepakets „superzufrieden. Besser geht es nicht“, sagt sie über den „großen und entscheidenden Schritt“. Nun sei Sommerpause, aber nach den Ferien tage der eigens vom Jugendhilfeausschuss ins Leben gerufene Fachkreis wieder „und wir bleiben am Thema“, wie Mitstreiterin Nina Kunze sagt.