Grevenbroich: Rainer Thiel fordert im Landtag einen Masterplan zur Energiewende

Grevenbroich: Rainer Thiel fordert im Landtag einen Masterplan zur Energiewende

Bei der "Aktuellen Stunde" zu Garzweiler II zitierte der Abgeordnete den Grevenbroicher Werbering: "Ein Aus für den Tagebau wäre eine Katastrophe."

Ein vorzeitiges Aus von Garzweiler II verbindet der für Grevenbroich zuständige Landtagsabgeordnete Rainer Thiel (SPD) mit einer "Katastrophe für die gesamte Region". Betroffen seien nicht nur Mitarbeiter und Umsiedler, sondern auch heimische Unternehmen. In seiner Plenarrede im Landtag zitierte Thiel gestern vor diesem Hintergrund den Vorsitzenden des Werberings, Fred Schlangen.

Schlangen hatte gegenüber der NGZ erklärt, dass sowohl Tagebau als auch Kraftwerke ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt seien. Ein Ausstieg aus der Braunkohle würde den örtlichen Handel existenziell bedrohen. "Er hat recht", sagte Thiel gestern: "Der direkte Nachfrageimpuls durch die rheinische Braunkohle beträgt 1,9 Milliarden Euro. Das löst bundesweit weitere 3,7 Milliarden aus — das meiste bleibt in NRW." Damit habe die Energieindustrie im Revier auch "einen guten Beitrag geleistet, dass Deutschland besser durch die Finanzkrise gekommen ist als andere Länder", meinte Thiel.

Der Abgeordnete erinnerte daran, dass der RWE-Vorstandsvorsitzende Peter Terium klar gestellt habe, dass der Energiekonzern unverändert an der Fortführung des Tagebaus festhalte, und dass Garzweiler II fester Bestandteil der Zukunftsplanung des Unternehmens sei. Da nehme man ihn beim Wort. Weitere Spekulationen würden für Verunsicherung, Ängste und Zweifel in der Region auslösen, dies sei eine Zumutung meinte Rainer Thiel.

"Wir wollen, dass RWE weiter seine Wertschöpfung bei uns generiert, und dass in Nordrhein-Westfalen entschieden wird, wie es weiter geht", erklärte der SPD-Mann. In Berlin müssten aber die Rahmenbedingungen in Ordnung gebracht werden, unterstrich Thiel.

Der Politiker aus Dormagen forderte "endlich einen Masterplan zur Energiewende". Es könne nicht sein, dass jedes Bundesland seine eigene Energiewende betreibe — "und niemand weiß, wie das zusammenpasst".

(NGZ)
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