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Grevenbroich: Radtour ins Mittelalter

Grevenbroich : Radtour ins Mittelalter

Wenn andere ins Auto steigen, wählt Heiko Fiegl sein Fahrrad. Im Jahr legt der 70-Jährige etwa 6000 Kilometer auf seinem Tourenrad zurück. Für die NGZ stellt er seine Lieblings-Strecke vor, die ins mittelalterliche Kaster führt.

Morgens zum Bäcker, nachmittags zum Einkaufen und abends zu Freunden. Egal, wohin es geht, Heiko Fiegl aus Kapellen fährt immer mit dem Fahrrad zu seinen Terminen. Der 70-Jährige ist Vorsitzender des "Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs" (ADFC) in Grevenbroich und kennt alle Routen wie aus dem eff-eff. Seine Lieblings-Strecke führt von Grevenbroich ins mittelalterliche Städtchen Kaster.

Etwa 6000 Kilometer legt Fiegl im Jahr mit seinem Fahrrad zurück. Ganz so lang ist die vorgeschlagene Strecke für die NGZ-Leser nicht. Etwa 20 Kilometer lang ist die Strecke, die manche schöne Aussicht verspricht. "Sie ist besonders in dieser Jahreszeit attraktiv, da sie entlang der Erft auch durch herbstlich-gefärbte Wälder führt. Zudem sind die Wege gut zu befahren", erklärt Viel-Fahrer Heiko Fiegl.

Die Tour beginnt am Museum Villa Erckens auf der Stadtparkinsel. "Am besten folgt man von dort aus den Schildern des ,Erft-Radweges'. Er lässt sich gut an dem grünen Dreieck und dem roten Radler erkennen", rät Fiegl. Vorbei am Schlossstadion geht es in den Bend. "Dort zeigen die Bäume im Herbst ihre schönste Seite", weiß der Kapellener. Vorbei an Neuenhausen und Gustorf geht es weiter Richtung Frimmersdorf. Am Rande des Tagebau Garzweiler lohnt sich ein Blick in eines der größten Löcher Europas, in dem riesige Bagger nach Braunkohle schürfen.

Dahinter erstreckt sich der Golfclub Erftaue. "Auf diesem Abschnitt ist der Weg etwas holprig, aber dennoch leicht zu befahren", berichtet Fiegl. Sein Tipp: "Am Golfplatz lohnt sich eine Pause. Das Restaurant freut sich auch über Gäste, die nicht den Golfschläger schwingen", sagt der 70-Jährige.

Durch den Wald — parallel zur Landstraße 213 — erreicht man schließlich Kaster mit seiner historischen Altstadt aus dem Jahr 1624. Dort warten weitere Tipps von dem erfahrenen Radler. "Ein Bistro und ein Pfannkuchenhaus warten nach der Fahrt durch das mittelalterliche Stadttor auf die Teilnehmer der Radtour. Auch der Besuch im alten Tante-Emma-Laden ist zu empfehlen", meint der Kapellener.

Heiko Fiegl mag die Strecke nach Kaster besonders. "Dort sind die Radwege größtenteils in Ordnung, und man kann besonders viel von der Natur erleben", sagt der Fahrrad-Fan. Seinen fahrbaren Untersatz hat Fiegl übrigens nicht von der Stange. "Nachdem meine letzten Räder sehr schnell defekt waren, habe ich mir bei einem Händler in Hemmerden mein eigenes Fahrrad bauen lassen. Damit bin ich hochzufrieden", sagt Fiegl, der in diesem Jahr bis in die Grevenbroicher Partnerstadt St. Chamond radelte.

(draxl)