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Grevenbroich: Radar blitzt auch nachts

Grevenbroich : Radar blitzt auch nachts

Das Ordnungsamt setzt seinen Radarwagen auch spät in der Nacht für Geschwindigkeitskontrollen ein. Bei Autofahrern sorgt dies für Befremden. Ordnungsamts-Chef Udo Robling verteidigt die nächtlichen Blitz-Aktionen.

Dieses Erinnerungsfoto hätte sich der Grevenbroicher gerne gespart: Es zeigt ihn zu vorgerückter Stunde am Steuer seines Wagens, dummerweise viel schneller als erlaubt. Mit Namen möchte er nicht genannt werden. "Das könnte so rüberkommen, als wäre ich ein Verkehrsrowdy. Aber das bin ich nicht", sagt er.

Doch ihn stört, dass die Stadt ihren Radarwagen zu später Stunde noch rausschickt – auf zum Teil menschenleere Straßen. "Als ich geblitzt wurde, war niemand in der Nähe, den ich hätte gefährden können", meint er. "Ich frage mich, ob man in solchen Situationen wirklich blitzen muss und ob das erlaubt ist."

Udo Robling, Leiter des Ordnungsamtes, hat eine klare Antwort darauf: "Es ist erlaubt." Natürlich weiß auch Robling, dass nicht alles, was erlaubt ist, auch Sinn macht. Von den nächtlichen Blitzaktionen ist er jedoch überzeugt. "Wir kontrollieren ja ausschließlich Stellen, wo mit Gefahr durch Raser zu rechnen ist", sagt er. Kreuzungen und Straßeneinmündungen gehören dazu, zum Beispiel im Bereich der Rheydter Straße oder zwischen Wevelinghoven und Langwaden. "Ziel ist es auch nicht, so viele Autofahrer wie möglich zu blitzen", sagt Robling. Vielmehr gehe es darum, dass die Autofahrer befürchten sollen, geblitzt zu werden. Das schrecke viele ab, richtig Gas zu geben.

Willibert Müller von den Aktiven Bürgern (ABG) sieht das ein – aber: "Ursprünglich war vereinbart worden, dass der städtische Radarwagen nur bis 22 Uhr blitzt. Es wundert mich schon, dass da nun zu mitternächtlicher Stunde geblitzt wird." Da seien schließlich weder Schüler noch Kindergartenkinder unterwegs: "Um deren Sicherheit ging es doch hauptsächlich, als der Radarwagen angeschafft wurde." Udo Robling verweist darauf, dass der Radarwagen nicht nachts in einer Zone 30 an einer Schule steht.

Für Markus Schumacher, Chef des FDP-Stadtverbandes, steht fest, dass der "Einsatz des Radarwagens nur da Sinn macht, wo Gefahren lauern". Sollte er nachts anderweitig eingesetzt werden, hätte er dafür wenig Verständnis. "Das wäre nicht zielführend." CDU-Chef Norbert Gand weist ebenfalls auf den Grundsatz hin, dass es um den Schutz der Verkehrsteilnehmer geht. "Die Straßenverkehrsordnung ist nachts ja nicht außer Kraft gesetzt. Die Kontrollen haben also durchaus ihren Sinn."

SPD-Ratsmitglied Holger Holzgräber argumentiert ebenfalls in diese Richtung: "Es ist klar geregelt, wo man wie schnell fahren darf. Das dient dem Schutz vor Unfällen. Die Kontrollen sind in Ordnung."

(NGZ)