Psychotherapeuten im Rhein-Kreis bilden Netzwerk im Kampf gegen das neue Terminvergabegesetz

„Psychotherapeuten Rhein-Kreis Neuss“ : Psychotherapeuten wehren sich gegen Termine aus dem Callcenter

Das Netzwerk hat er mit Martin Zange auch einen der Sprecher der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV) als Unterstützer.

Die allgemeine Zunahme psychischer Erkrankungen macht es auch im Rhein-Kreis immer schwerer, einen Einstiegstermin bei einem Psychotherapeuten zu bekommen. Dennoch wehrt sich jetzt ein neu gegründetes Netzwerk von Psychotherapeuten aus Grevenbroich und Neuss gegen das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), das am 1. Juli in Kraft treten soll. „Wir wollen unsere Terminvergabe weiterhin selbst in die Hand nehmen und haben uns deshalb vernetzt“, sagt Initiator Uwe Landwehr. Der Psychotherapeut aus Grevenbroich hatte beim ersten Treffen des Netzwerkes „Psychotherapeuten Rhein-Kreis Neuss“ bereits neun Kollegen begrüßt. Vor allem hat er mit Martin Zange auch einen der Sprecher der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV) als Unterstützer.

„Ich befürworte die Gründung des Netzwerkes“, sagte Zange im Redaktionsgespräch. Denn bereits jetzt hätten die Psychotherapeuten lange Wartelisten. Wenn sie aber durch die Gesetzeslage gezwungen würden, Termine für Neuaufnahmen „freizuschaufeln“, dann müssten die bereits aufgenommenen Patienten noch länger warten. Zange, der selbst psychologischer Psychotherapeut ist, hält es aus fachlicher Sicht auch für erfolgversprechender, wenn sich Patienten aus eigener Motivation und auf Empfehlung in der Praxis ihrer Wahl melden.

„Und wir wollen für die Patienten die Wege verkürzen“, betont Uwe Landwehr die beabsichtigten Terminvergaben unter den Kollegen im Rhein-Kreis Neuss. „Wenn irgendein Callcenter nach dem neuen Gesetz die Termine vergeben soll, die vielleicht noch frei sind, dann müssen die Patienten bestimmt auch weitere Wege in Kauf nehmen“, befürchtet der Psychotherapeut. Doch er hat das Netzwerk noch aus einem weiteren wichtigen Grund angestoßen: „Wir vernetzten uns auch mit den Selbsthilfegruppen in der Region, und wir wollen über eine Internetplattform die Patienten auch über unsere individuellen Schwerpunkte informieren“, sagt Landwehr, dessen Behandlungsschwerpunkte etwa „Burn Out bei Lehrern“ oder Hundephobien sind.

Ein nächstes offenes Netzwerktreffen auch für weitere Psychotherapeuten ist für den 11. Oktober, ab 18 Uhr, im Bistro „Fräuleinswunder“, Zünftestraße 10, in Grevenbroich geplant. Informationen unter Telefon 02181 2132432 oder an: praxis@pp-landwehr.de.