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Grevenbroich: Prozess: Hat Mann Stieftochter missbraucht?

Grevenbroich : Prozess: Hat Mann Stieftochter missbraucht?

Weil er seine heute 27-jährige Stieftochter jahrelang sexuell missbraucht haben soll, muss sich ein Rentner aus Grevenbroich ab dem 16. April vor dem Mönchengladbacher Landgericht verantworten. Knapp zehn Jahre lang soll sich der 71-Jährige immer wieder an dem Kind vergangen haben, jetzt droht dem früheren RWE-Mitarbeiter eine jahrelange Gefängnisstrafe.

Begonnen hatte der Prozess gegen Hans D. (Name geändert) bereits im April 2011. Damals jedoch war das Verfahren ausgesetzt worden. Der Angeklagte hatte alle Vorwürfe bestritten, das Gericht wollte daraufhin zunächst ein Gutachten zur Glaubwürdigkeit des Opfers in Auftrag geben. Dieses Gutachten ist inzwischen fertig, es soll am 16. April im Prozess vorgelegt werden. Dann soll auch die Stieftochter des Angeklagten als Zeugin aussagen. Ihre Vorwürfe sind erheblich. Die heute 27-Jährige behauptet, seit ihrem sechsten Lebensjahr vom Stiefvater immer wieder sexuell missbraucht worden zu sein. "Das dauerte an, bis sie 15 oder 16 Jahre alt war", so Rechtsanwalt Thomas Weck, der die junge Frau im Prozess vertritt. Die Grevenbroicherin hat jeglichen Kontakt zum Stiefvater abgebrochen. "Sie ist in seiner Gegenwart völlig durch den Wind und nervlich stark angespannt", sagte der Rechtsanwalt im Gespräch mit der NGZ.

Laut Justiz hat sie bereits mehrere Selbstmordversuche hinter sich, sie gilt als schwer traumatisiert. Nicht zuletzt deshalb hat die Justiz dem Rentner aus Grevenbroich eine erhebliche Strafe angedroht. "Wenn sich herausstellt, dass Ihre Stieftochter die Wahrheit sagt, können Sie nicht mehr mit einer Bewährungsstrafe rechnen", hatte der Richter dem 71-Jährigen im April vergangenen Jahres deutlich gemacht. Trotzdem war der Rentner bei seiner Aussage geblieben. "Ich kann hier nichts zugeben, was ich nicht begangen haben", so der Grevenbroicher. Für den Prozess hat das Landgericht Mönchengladbach am 16. April zunächst einen Verhandlungstag angesetzt. Die Mutter des Opfers beziehungsweise Ehefrau des Angeklagten hat ihre Konsequenzen aus den furchtbaren Vorwürfen bereits gezogen – sie hat sich von ihrem Mann getrennt.

(NGZ)