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Grevenbroich: Protestmarsch für die Erfthalle

Grevenbroich : Protestmarsch für die Erfthalle

Etwa 500 Menschen sollen am 17. März vor das Rathaus ziehen und für den Erhalt von Erfthalle und Haus Neurath demonstrieren. Ein Aktionsbündnis aus Vereinsvertretern plant einen großen Protestzug – Marschmusik inklusive.

Die Demo ist bei der Polizei angemeldet, der Fahrplan steht fest: Um 16.30 Uhr ist Treffpunkt vor der Sparkasse, anschließend geht's mit Spruchbändern und Megafonen zum Markt. "Wir rechnen mit 500 Teilnehmern", erklärt Willi Spieß, Vorsitzender der RWE-Pensionärsvereinigung. Vor dem Alten Rathaus wollen sich die Demonstranten für den Erhalt von liebgewonnenen Einrichtungen starkmachen – vor allem für die vom Abriss bedrohte Erfthalle.

Aufgerufen zum Protestzug hat das Aktionsbündnis der Frimmersdorfer Vereine, das nach eigenen Angaben immerhin mehr als 2000 Mitglieder vertritt. Zu den fest eingeplanten Demonstranten zählen auch die Akteure des Tambourkorps und des Musikvereins "Blüh auf". "Sie werden den Zug musikalisch begleiten", betont Willi Spieß. Trauermärsche sollen aber nicht gespielt werden.

Dafür sei es auch nicht an der Zeit, meinen die Organisatoren. Denn sie hoffen darauf, dass die Erfthalle noch zu retten ist. "Wir wollen keine Fünf-Sterne-Plus-Sanierung", unterstreicht der Vorsitzende der Pensionärsvereinigung. Vielmehr soll die Stadt nur so viel Geld in das Gebäude investieren, damit es weiter wie bisher genutzt werden kann. "In den vergangenen Jahrzehnten haben sich Vereine und Privatleute auf die Erfthalle fokussiert. Eine andere, vergleichbare Stätte gibt es nicht", argumentiert Willi Spieß.

Nach Angaben des städtischen Dezernenten Claus Ropertz müssen 770 000 Euro in die Erneuerung der Brandmelde- und Lüftungsanlage investiert werden, weitere Modernisierungsmaßnahmen könnten Gesamtkosten von mehr als zwei Millionen Euro verursachen. Die unter Nothaushaltsrecht stehende Stadt denkt deshalb bereits an Abriss.

"Wir gehen davon aus, dass eine Instandsetzung mit sehr viel geringeren Mitteln zu erreichen ist", betont Willi Spieß. Die Forderung des Aktionsbündnisses: Die Stadtverwaltung soll nun Kostenvoranschläge für eine Minimallösung einholen. "Zudem sind wir bereit, uns mit Eigenleistung einzubringen", erklärt der Vorsitzende.

Für das Aktionsbündnis nicht unwichtig: Im Rahmen der Kommunalen Neugliederung (1975) habe sich die Stadt vertraglich verpflichtet, die Gebäude der ehemaligen selbständigen Gemeinden zu pflegen und erhalten. "In der Innenstadt wird das gemacht – etwa mit der Alten Feuerwache, der Villa Erckens oder dem Schloss. Genau das wünschen wir uns auch für Einrichtungen in den Randgemeinden", erläutert Willi Spieß: "Nicht mehr, aber nicht weniger."

(NGZ)