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Grevenbroich: Proteste gegen SPD-Vorschlag für Senioren-Haus auf Schulgelände

Grevenbroich : Proteste gegen SPD-Vorschlag für Senioren-Haus auf Schulgelände

Das in absehbarer Zeit frei werdende Grundstück der Viktoria-Grundschule an der Frimmersdorfer Straße soll für seniorengerechtes Bauen zur Verfügung gestellt werden. Das hat der SPD-Ortsverein unter Leitung von Daniel Rinkert vorgeschlagen. Die Neurather Schützen haben Bedenken: Sie sehen ihre Brauchtumsveranstaltungen in Gefahr.

Denn gleich hinter der Grundschule liegt der Kirmesplatz mit der Königshütte und der Schießanlage. "Sollten dort Seniorenwohnungen entstehen, sehe ich spätestens zwei Jahre nach der Fertigstellung das ,Aus' für unser Schützenfest", warnt Präsident Willi Wirtz (70). Bisher hatte der Verein nach eigenen Angaben keine Probleme mit den Nachbarn des Festplatzes, da er am Ortsrand liege. "Sollten aber in der Nähe Seniorenwohnungen entstehen, ist ein Konflikt programmiert", meint Wirtz: "Die Senioren wollen sicherlich ihre Ruhe, doch die ist dort nicht gegeben. Die Erfahrungen aus anderen Gemeinden haben gezeigt, dass der Verein im Streitfall der Leidtragende ist und nicht die später zugezogenen Kläger", so Wirtz.

Die Schützen wollen aber auch keine Leerstände. Sie haben einen anderen Vorschlag für die Weiternutzung der Räume der Viktoria-Grundschule. "Die Schule könnte ein Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft werden. Dieser fehlt nämlich im Ort", so Wirtz. Ein Seniorenkaffee und ein Jugendtreff sind nur zwei mögliche Ideen. Auch der Bürgerschützenverein selbst signalisiert Interesse an der Anmietung eines Raumes, er braucht Platz für sein Archiv.

Aus den gleichen Gründen wie der BSV hat auch die FDP bereits die Pläne der Sozialdemokraten abgelehnt: "Wegen der Nähe zum Kirmesplatz halte ich den Vorschlag der SPD für unsinnig", meint Fraktionsvorsitzender Manfred Hermanns, der darüber hinaus daran zweifelt, dass es in Neurath überhaupt einen Bedarf für solche Seniorenwohnungen geben wird.

Das sieht auch Willibert Müller, Ratsherr der Aktiven Bürger, so: "Was wir in unserem Ort brauchen, sind Wohngebiete für junge Leute", sagt er. Zwischen 2002 und 2011 seien alleine 270 Neurather aus dem Dorf weggezogen, darunter ein hoher Anteil junger Menschen. "Wenn wir hier nicht gegensteuern, wird Neurath nur noch ein Dorf für alte Leute werden", meint Müller provokant. Was er sich auf dem Grundschule-Areal vorstellen könnte: "Ein Mehrgenerationen-Wohngebiet, in dem ältere und jüngere Menschen nebeneinander leben."

(draxl)