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Grevenbroich: Profitiert Klaus Krützen von Steinbrücks Rückzug?

Grevenbroich : Profitiert Klaus Krützen von Steinbrücks Rückzug?

Der unterlegene SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück hat gestern Abend in Berlin seinen Rückzug aus der ersten Reihe der Politik angekündigt. Kurz darauf klingelte das Handy von Klaus Krützen nahezu pausenlos: "Darf man gratulieren?" Der SPD-Bundestagskandidat aus Neukirchen hielt sich bedeckt. Die Äußerungen Steinbrücks boten zunächst Interpretationsspielraum.

Klar scheint: Sollte Steinbrück sein Bundestagsmandat nicht wahrnehmen, wäre Krützen nach NGZ-Informationen der erste Nachrücker auf der NRW-Landesliste der Sozialdemokraten. Damit wird es für den 44-Jährigen eine Woche nach der Wahl noch einmal richtig spannend: "Das zehrt schon an den Nerven", sagte Krützen. Eigentlich wollte er sich gestern einen ruhigen Abend zu Hause gönnen — doch mit der Nachricht aus Berlin war der Familienvater wieder im Wahlfieber.

Dabei hätte Klaus Krützen beim SPD-Parteikonvent in der Hauptstadt selbst dabei sein können. Doch er entschied sich dafür, in der Heimat zu bleiben. "Meine Frau hat in den vergangenen Wochen sehr viel Rücksicht nehmen müssen. Jetzt war ich an der Reihe, etwas zurückzugeben", meinte er. Zwischenzeitlich versuchte er sich etwas abzulenken und verfolgte den Spielstand seines Lieblings-Fußballvereins Borussia Mönchengladbach.

Nicht nur Peer Steinbrücks Entscheidung rückte den Politiker aus Neukirchen in den Fokus. Auch mit Blick auf die Ereignisse in Essen — dort wird ein Bundestagswahlkreis an diesem Wochenende neu ausgezählt — musste zunächst geklärt werden, ob Krützen von einer Revision des dortigen Ergebnisses profitieren könnte. "Dies ist jedoch nicht der Fall", erklärte SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Thiel, der in engem Kontakt zu Krützen steht.

Klaus Krützen selbst versucht, gelassen zu bleiben. "Ich kann die Dinge ohnehin nicht beeinflussen, bin aber auf alles vorbereitet."

(abu/wilp)