Premiere für Orgel in St. Sebastianus Hüclchrath-Grevenbroich

Premiere für neue Orgel in St. Sebastianus: Feierliche Orgelweihe in Hülchrath

Pfarrer Meik Schirpenbach zelebrierte die Messe in der bestens besuchten Kirche St. Sebastianus anlässlich der Inbetriebnahme der neuen Weimbs-Orgel. Unter anderem sang die Chorgemeinschaft die Missa „Princeps Pacis“.

Diesem freudvollen Ereignis hatte die Gemeinde St. Sebastianus lange entgegen gefiebert. Anlässlich der feierlichen Einweihung ihrer neuen Weimbs-Orgel waren entsprechend viele Bürger aus dem 700-Seelen-Dorf zur Messe gekommen – und schlicht begeistert: Über den so gut auf den Kirchenraum abgestimmten Klang des Instruments ebenso wie über die von Pfarrer Meik Schirpenbach gehaltene Messe.

„Zehn Jahre hat die Ausführung gedauert“, erinnerte Peter Lys vom Orgelbauverein an das 814-Pfeifen-Projekt vom ersten Entwurf bis zur Inbetriebnahme. „So etwas muss wachsen“, erklärte Orgelbauer Frank Weimbs. Eigens aus Hellenthal, wo das Instrument gefertigt wurde, angereist, prognostizierte er: „Die Orgel wird Leben in die Gemeinde bringen, zumal sie klanglich und optisch ganz speziell für diesen Raum entworfen wurde.“ Und der Experte führte aus, wie sich die klassische Pfeifenorgel mit mechanischen Trakturen in die „wunderbare Akustik des Basilikbaus einfüge“ – was Kantor Sven Morche, der das Instrument zur Premiere bediene, ebenso wie sein Kollege Georg Korte, am Sonntag als Chorleiter verantwortlich, bestätigten. Beflügelt und inspiriert präsentierte die Chorgemeinschaft zwei dem feierlichen Anlass entsprechend bestens einstudierte Stücke: William Lloyd Webbers Missa „Princeps Pacis“ sowie „Be still, for the presence of the Lord“, komponiert von David J. Evans. Beide Werke, durchaus anspruchsvolle Literatur, wurden stimmgewaltig und begeistert von der Kirchengemeinde unterstützt.

„Sehr angetan“ von der neuen Orgel war selbstverständlich auch Pfarrer Meik Schirpenbach. Seit 2003 Priester, habe Hülchrath nun für ein persönliches Glanzlicht gesorgt, nämlich seine erste Orgel-Weihung. Der Leitfaden seiner Predigt kreiste um dieses Instrument und wie „diese Dinge über den Alltag erheben“. Der Termin der Messe mit Einweihung und Inbetriebnahme war nicht zufällig gewählt worden, sondern für diesen Tag bestimmt. „Wir feiern heute Patrozinum“, erklärte der Pfarrer. „Der heilige Sebastianus ist der Eigentümer unserer Kirche“, sein Gedenktag ist am 20. Januar.

Und aus diesem Anlass war selbstverständlich auch die namensgleiche Sebastianus Bruderschaft in der Kirche. Die Schützen hatten es sich nicht nehmen lassen, in voller Montur anzutreten und mit ihren Traditionsfahnen den Altar zu flankieren. Dabei gaben die Schützen nicht bloß ein schönes Bild ab, sie machten Pfarrer Schirpenbach auch zum Dreifach-Praeses – was der so Geehrte fröhlich akzeptierte.

Sein Dank galt nicht nur der Schützenbruderschaft, „Dank an alle, die sich in dieser engagierten Weise für den Bau der Orgel eingesetzt haben“. Wie bei der in seiner Predigt zitierten wundersamen Vermehrung des Weins bei der Hochzeit zu Kanaan, lief es offenbar auch beim Finanzplan für das Orgelwerk ab, spielte er auf das vorbildliche Bürgerengagement an. Zur Erinnerung: Der Großteil der 220.000 Euro, die die Orgel gekostet hat, wurde aus Spenden finanziert. Damit habe der eigens gegründete Orgelbauverein „Zeichen gesetzt!“, wie Orgelbauer Weimbs in einem Beitrag zur Festschrift formulierte. Neben Grußworten von Pfarrer Schirpenbach sowie Pastor Lorenz ist hier die bemerkenswerte Geschichte der Orgel anschaulich dokumentiert.

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