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Grevenbroich: Polizei stellt zehn Kupferdiebe

Grevenbroich : Polizei stellt zehn Kupferdiebe

Nach spektakulärer Verfolgung nahm die Polizei in Grevenbroich zehn Männer fest: Sie sollen beim GWG zwei Tonnen Kupferkabel gestohlen haben, das sich auf einem Lkw fand. Seltsam: Das GWG erfuhr davon durch die NGZ.

Äußerst verwundert war gestern Nachmittag Willi Peitz, Geschäftsführer des Gas- und Wasserwerks Grevenbroich (GWG). "Bei uns fehlt nichts, es wurden keine Kabel gestohlen", sagte er nach Anfrage der NGZ. Erst nach weiterer Prüfung stellte sich beim Versorgungsunternehmen heraus, dass doch von einer großen Trommel auf dem Lagerplatz 400 Meter Kabel abgeschnitten waren.

Dabei hatte die Polizei zu dieser Zeit bereits ihren Erfolg vermeldet: In der Nacht zum Donnerstag nahmen die Ordnungshüter in einer großangelegten Aktion zehn dringend Tatverdächtige aus Südosteuropa fest, mehrere wohnen im Raum Duisburg. Ein Transporter mit dem Diebesgut wurde nach einer Verfolgungsjagd auf der A 46 gestoppt. Die Kreispolizei kooperierte mit der Autobahnpolizei und Duisburger Kollegen, auch ein Hubschrauber kam zum Einsatz.

Auf die Bande aufmerksam geworden war am Abend zuvor die Polizei in Duisburg. Die Ordnungshüter verfolgten die zehn Männer zwischen 20 und 51 Jahren, die in einem Fiat-Ducato-Transporter und zwei Pkw unterwegs waren, bis zur Nordstraße in Grevenbroich. Mehrere Männer verschwanden im Dunkeln auf dem GWG-Gelände — und tauchten laut Polizei wieder mit unbekannten Gegenständen auf, luden sie auf einem Parkplatz in den weißen Transporter.

Was sie nicht ahnten: Sie wurden beobachtet. Die Polizei entschied sich gegen einen Zugriff am Tatort, der Fiat sollte auf der A 46 gestoppt werden. Tatsächlich hielt dessen Fahrer an, doch dann gab er Gas. Ein Polizist konnte sich nur mit einem Sprung über die Leitplanke retten, dabei wurde er am Bein verletzt.

Beim Anfahren sprangen drei Männer aus dem Ducato, der beim Fluchtversuch einen Polizeiwagen touchierte. Nach kurzer Verfolgung konnte die Polizei gegen 1.50 Uhr den Transporter nahe Vierwinden stoppen, auf der Ladefläche fanden sich die Kabel. Der Fahrer und drei Flüchtende wurden ebenso festgenommen wie — an anderen Stellen in der Stadt — sieben Männer in einem Mercedes und einem Ford. Die Ermittlungen dauern an.

Immer wieder hat die Polizei mit Buntmetall-Diebstählen zu tun. Die hohen Rohstoffpreise verleiten Täter auch zu ungewöhnlichen Aktionen: Im März demontierten Diebe Teile der Bahn-Oberleitung, legten damit den Zugverkehr lahm. Wiederholt machten sich Metalldiebe auf Kraftwerksgelände wie in Frimmersdorf zu schaffen. Im Mai verschwand eine schwere Kupferkabel-Trommel.

"Wir haben unsere Sicherheitsvorkehrungen verschärft, der Werksschutz geht verstärkt Streife", sagt RWE-Power-Sprecher Manfred Lang. Nach dem Diebstahl an der Nordstraße stellt sich die Frage, wie die Männer aufs gestern lange ahnungslose GWG aufmerksam wurden. Willi Peitz: "Wegen Diebstahlgefahr lagern wir die Kupferkabel sonst in verschlossenen Räumen. Es war Zufall, dass die Trommel draußen stand."

(NGZ)