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Grevenbroich: Politiker wollen Nacht-Busse

Grevenbroich : Politiker wollen Nacht-Busse

Der seit Jahren geplante Disco-Bus soll ab 2013 rollen. Dieser Meinung ist der Planungsausschuss, der gestern Abend das Geld für zwei neue Nachtlinien genehmigte. Das Projekt wird preiswerter als geplant.

Eigentlich waren sich Stadtrat und Jugendrat einig: Grevenbroich braucht einen Disco-Bus, der junge Leute an den Wochenenden vom Neusser Hauptbahnhof wieder nach Hause bringt. Das Problem: Eine solche Linie hätte rund 15 000 Euro gekostet — zu viel für die unter Finanznot leidende Stadt. Bürgermeisterin Ursula Kwasny hatte sich zwar um Sponsoren für dieses Projekt gekümmert — doch: "Leider vergeblich", wie die Verwaltungschefin zugibt.

Dass es nun auch preiswerter geht, ist einer Fahrplanänderung der Bahn zu verdanken. Die setzt nämlich die RB38 seit Juni auch zu später Stunde von Neuss in Richtung Grevenbroich ein. Der letzte Zug verlässt seither täglich um 0.05 sowie samstags und sonntags um 1.05 Uhr den Hauptbahnhof der Nachbarstadt. Diese Änderung bietet neue Möglichkeiten: "Der Busverkehr Rheinland hat auf dieser Grundlage für die Stadt Grevenbroich einen Vorschlag erarbeitet", sagt Planungsdezernent Werner Hoffmann: "Zwei Linien, die sämtliche Stadtteile abdecken."

Das Konzept des BVR sieht vor, dass an allen Samstagen zwei Busse am Kapellener Bahnhof eingesetzt werden, und zwar um 23.18, 0.18 und 1.18 Uhr. Sie werden folgende Routen einschlagen:

Linie NE 11 fährt von Kapellen nach Hemmerden, Noithausen, Orken und Elsen zum Bahnhof Grevenbroich. Weiter geht es durch die City und die Südstadt zum Kleinfelderhof (Neuenhausen) sowie über Frimmersdorf, Neurath und Allrath nach Barrenstein.

Linie NE 12 führt vom Bahnhof Kapellen über Wevelinghoven in das Stadtzentrum und zum Grevenbroicher Bahnhof. Die Route wird über die Straße Am Hammerwerk fortgesetzt und führt über Laach nach Gustorf und Gindorf.

"Für den BVR bedeutet das eine zusätzliche Leistung von etwa 6180 Kilometern im Jahr", erklärt Werner Hoffmann. Für die Stadt seien damit Kosten von 4635 Euro verbunden. Mit Zuschüssen aus der Jugendförderung könne die Kommune aber nicht rechnen, da die Busse auch Erwachsenen zur Verfügung ständen. Ursula Kwasny will vor diesem Hintergrund noch einmal auf Sponsorensuche gehen: "Ich denke, dass das einfacher wird, da der Preis jetzt nur noch ein Drittel der ursprünglich veranschlagten Kosten ausmacht."

Dass Sponsoren für den Nachtbus vielleicht nicht die schlechteste Idee wären, machte Martina Suermann (SPD) gestern Abend im Ausschuss deutlich: "Die 4635 Euro sind eine freiwillige Ausgabe, die wir als Nothaushaltskommune nicht leisten dürfen", gab sie zu bedenken: "Das letzte Wort wird hier der Landrat haben." Wolfgang Kaiser (CDU) hatte zuvor die Ratsfraktionen dazu aufgerufen, sich in ihren Haushaltsberatungen für das Projekt stark zu machen.

Der Ausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, das Geld im Stadt-Etat 2013 bereitzustellen. Nach einer einjährigen Probephase der Nachtbuslinien soll dann Bilanz gezogen werden.

(NGZ)