Grevenbroich: Politik nach offenem Brief uneins über Bad-Neubau

Grevenbroich : Politik nach offenem Brief uneins über Bad-Neubau

Die Stadt soll kein neues Schlossbad bauen, sondern das alte sanieren – und etwa vier Millionen Euro einsparen. Das schlägt der Neusser Bäderbauer Karl-Heinz Reuter in einem offenen Brief an die Grevenbroicher Entscheidungsträger vor.

Die Stadt soll kein neues Schlossbad bauen, sondern das alte sanieren — und etwa vier Millionen Euro einsparen. Das schlägt der Neusser Bäderbauer Karl-Heinz Reuter in einem offenen Brief an die Grevenbroicher Entscheidungsträger vor.

Ein Grund für Bürgermeisterin Ursula Kwasny, die bis zu 13 Millionen Euro schweren Neubaupläne zu überdenken?

Diese Frage bleibt zunächst unbeantwortet, denn Kwasny ging gestern in Deckung. "Die Bürgermeisterin hat das Schreiben von Herrn Reuter an die Mitglieder der Projektgruppe Bad weitergeleitet, dort sitzen die Fachleute", ließ sie durch ihren Sprecher Andreas Sterken mitteilen. Für ein persönliches Gespräch war die Verwaltungschefin nicht zu erreichen. Ihre Fraktion signalisiert jedoch, bei der eingeschlagenen Linie bleiben zu wollen: "Es gibt keinen Anlass, ohne konkretes Zahlenmaterial über eine derart pauschale Wortmeldung nachzudenken", erklärte CDU-Fraktionschef Norbert Gand mit Blick auf den Reuter-Brief.

Ähnlich argumentierte die SPD-Sportpolitikerin Rosemarie Cremer: "Wir halten an unserem Beschluss fest. Mit einem Neubau wird das Bad attraktiver — und wir haben Ruhe in den nächsten 40 bis 50 Jahren." Was sich Gand und Cremer nahezu unisono fragen: "Warum meldet sich Karl-Heinz Reuter erst jetzt? Hat jemand ein Interesse daran, das Bad verhindern zu wollen?"

Nicht wirklich überrascht vom Brief des Neusser Architekten zeigte sich Rolf Göckmann von den Aktiven Bürgern: "Die Herangehensweise an das Projekt Bad-Neubau zeigt ganz deutlich, dass hier keine wirtschaftlichen Überlegungen tragend waren. Anderenfalls wären die von Herrn Reuter angestellten Überlegungen in den Entscheidungsprozess mit eingeflossen." Göckmann bleibt bei seiner Meinung: "Sämtliche Kosten und Mehrkosten wird der Grevenbroicher Bürger zu tragen haben."

Hildegard Florack (UWG) erinnerte daran, dass der bekannte Bäderbauer Karl-Heinz Reuter der Stadt vor etwa zwölf Jahren schon einmal eine schrittweise Modernisierung des Schlossbades vorgeschlagen habe: "Das ganze wurde von der Verwaltungsspitze aber abgebügelt", bedauert Florack und meint: "Man hätte seinerzeit auf Herrn Reuter hören sollen."

(NGZ/rl)
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