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Grevenbroich: Politik kritisiert Verwaltung für Marktstand-Entscheidung

Grevenbroich : Politik kritisiert Verwaltung für Marktstand-Entscheidung

Die Stadtverwaltung hat den seit 20 Jahren existierenden täglichen Marktstand aus der Fußgängerzone verbannt - und die CDU will wissen warum. Fraktionschef Wolfgang Kaiser hat den Bürgermeister in der Ratssitzung aufgefordert, die Gründe schnellstmöglich zu benennen. "Vielleicht gibt es ja doch noch die Möglichkeit, den Stand wieder auf dem Markt zu erhalten", sagt Kaiser.

Nach fast zwei Jahrzehnten hatte Christian Fischermann seinen Stand vor der City-Kirche aufgegeben. Zwar hätte eine seiner Mitarbeiterinnen den Stand gerne weiterbetrieben, doch die Stadt spielte nicht mit - weil es bereits ein ausreichendes Obst- und Gemüseangebot in der Innenstadt gebe.

Der NGZ-Bericht über das Verschwinden des Marktstandes hat für reichlich Diskussionen gesorgt. In den sozialen Netzwerken und bei Anrufen in der Redaktion forderten viele Grevenbroicher den Erhalt des beliebten Angebots. Ratspolitiker bezogen dazu auch Stellung in ihren Haushaltsreden am Donnerstagabend. "Die Stadt hat den täglichen Marktstand verbannt - das zeigt leider, dass die Verwaltung immer noch nicht nach Wegen sucht, wie man etwas schaffen kann. Vielmehr sucht sie nach Gründen, um etwas zu verhindern", kritisierte etwa der ABG-Fraktionsvorsitzende Rolf Göckmann. Sein Eindruck: Grevenbroich sei weit weg davon, ein Dienstleister für die Bürger zu sein - hier müsse "schnellstens ein Umdenken stattfinden".

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Auch Carl Windler, Fraktionsvorsitzender der UWG, thematisierte das Verschwinden des Marktstandes: "Man hat manchmal das Gefühl, dass die Verwaltung und Teile der Politik keine weitere Wirtschaft in der Stadt haben wollen, die mehr Geld in die Kasse bringt", sagte er. Die City verliere zunehmend an Attraktivität, warnte Windler: "Vier weitere Geschäfte schließen in Kürze, dann gibt es schon 17 Leerstände in unserer Innenstadt."

(wilp)