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Grevenbroich: Politik kritisiert CDU-Aktion für L 361n

Grevenbroich : Politik kritisiert CDU-Aktion für L 361n

Kritik aus der Grevenbroicher Politik gab es am Mittwoch an der Protestaktion des Landtagsabgeordneten Lutz Lienenkämper (CDU). Der ehemalige Verkehrsminister hatte sich am Dienstag in Wevelinghoven und Kapellen für den Bau der Umgehungsstraße L361n stark gemacht.

"Von der strategischen Zielsetzung her war diese Aktion kontraproduktiv", sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Horst Gerbrand. Statt einer Protestaktion hätte er sich lieber einen Schulterschluss mit der Bürgerinitiative, den Parteien sowie den Landtagsabgeordneten Lutz Lienenkämper und Fritz Behrens gewünscht. "Das hätte uns im Kampf um die Landstraße 361n mehr geholfen", betont der Wevelinghovener. Was er am Lienenkämper-Auftritt kritisiert: "Die CDU war fünf Jahre lang in der Regierungsverantwortung. Warum hat er sich in seiner Zeit als Verkehrsminister nicht für den Bau der Straße eingesetzt?"

"Exklusive Showveranstaltung"

Der FDP-Stadtverbandsvorsitzend Markus Schumacher wertet die Aktion des Ex-Ministers als "exklusive Showveranstaltung" der CDU. "Wäre es ihr um die Sache gegangen, dann hätte sie versucht, Unterstützung über die Parteigrenzen hinweg zu finden. Umso mehr Menschen ihren Willen zum Ausdruck bringen, desto effektiver kann der Druck auf die Landesregierung ausgeübt werden." Die Liberalen sind enttäuscht von diesem Verhalten: "Weder die Partei- noch die Fraktionsführung wurden angesprochen, um gemeinsam etwas für Grevenbroich zu erreichen", unterstrich Schumacher.

Die Grevenbroicher Grünen, die den Lückenschluss der Landstraße 361 ablehnen, sehen Lutz Lienenkämper auf "ökologischen Irrwegen". Ratsmitglied Dieter Dorok: "Der Bau der umweltschädlichen Landstraße durch die Erftaue ist unsinnig, denn er würde nur den mautpflichtigen Lkw-Verkehr von der Autobahn auf die Landstraße verlagern." Nach seiner Einschätzung würden die Anwohner täglich mit bis zu 15 000 Fahrzeugen belastet. Vor diesem Hintergrund fordert die Öko-Partei den Bau der Westumgehung als Verbindungsstraße von Kapellen zur Innenstadt.

Für die SPD kündigte Horst Gebrand eine weitere Initiative an: Sie will NRW-Verkehrsminister Harry Voigtsberger über den Landtagsabgeordneten Fritz Behrens auffordern, die seit Jahrzehnten geplante Trasse endlich zu realisieren.

(NGZ)