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Grevenbroich: Politik diskutiert über Livestream und die Kosten

Grevenbroich : Politik diskutiert über Livestream und die Kosten

FDP-Stadtverbandsvorsitzender Markus Schumacher begrüßt den jüngsten Vorstoß der Verwaltung in Sachen Livestream von Ratssitzungen im Internet. "Es ist gut, dass die Stadt Grevenbroich offenbar ihre Skepsis abgelegt hat und sich immer mehr den Neuen Medien öffnet. Nach der CityApp wäre ein Livestream von Ratssitzungen wünschenswert", sagt Schumacher. Im Rathaus wird die Machbarkeit eines solchen Livestreams derzeit geprüft.

Die Liberalen hatten bereits vor mehr als drei Jahren einen entsprechenden Antrag gestellt. Dieser fand jedoch keine Mehrheit. Die Fraktion "Freie Bürger/Linke" hatte im vergangenen Jahr neuen Schwung in die Debatte gebracht, indem sie einen ähnlichen Antrag stellte. Sprecher Thomas Bovermann hatte den geforderten Livestream als wichtigen Beitrag zu mehr Bürgernähe bezeichnet. Als Vorbild für den Einsatz Neuer Medien im Rat nannte seine Fraktion die Stadt Bonn. Die Übertragungen seien preiswert in Eigenregie herstellbar und würden pro Jahr weniger als 5000 Euro kosten.

SPD-Stadtverbandsvorsitzender und Ratsherr Daniel Rinkert hat sich bei Facebook am Wochenende zum Thema Livestream zu Wort gemeldet. Im Gespräch mit unserer Zeitung betonte er gestern, dass er ein solches Angebot zwar als "gute Idee" wertet. "Aber mit Blick auf unsere Haushaltslage wird das finanziell leider nicht machbar sein."

In der Nachbarkommune Kaarst hat sich die Verwaltung mit einem ähnlichen Vorstoß beschäftigt. Aus Kostengründen sprach sie sich gegen den Livestream aus. Die Kosten wurden dort auf — je nach Angebot — 1666 beziehungsweise 833 Euro pro Sitzung beziffert.

CDU-Chef Norbert Gand stellte klar, dass seine Fraktion einen Livestream nicht unterstützen wird. "Das führt nur zu Populismus und ist sachlichen Debatten nicht dienlich."

(NGZ/jco)