Politik bilanziert Arbeit des City-Managements in Grevenbroich

Politik bilanziert Arbeit des City-Managements: Politik bilanziert Arbeit des City-Managements

Im Dezember endet die Arbeit der Cima. Ihre bisherigen Konzepte zur Stadtentwicklung werden von der Politik kontrovers debattiert.

Bei der Umsetzung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) setzte die Stadt auf eine externe Beratung für die Wirtschaftsförderung. Den Zuschlag erhielt die Beratungsfirma Cima. Das war 2015. Im Dezember dieses Jahres endet die Arbeit des City-Managements – die Resonanz auf die bisherigen Ergebnisse seitens der Politik ist durchwachsen.

Kritik äußert Ratsfrau Martina Suermann von „Mein Grevenbroich“: „Für uns ist City-Management etwas völlig anderes“, sagt sie über „fehlende konkrete Ergebnisse“. Als „traurige Bilanz nach drei Jahren“ schätzt sie ein, was die Cima vorlegt: Einen Einzelhandels- sowie einen Gastroreport und ein Kataster, mit dem Leerstände erfasst werden. Daten, Zahlen und Fakten zu sammeln sei eine „wichtige Grundlage, aber kein Konzept“ aus dem sich ein Handlungsauftrag ableiten ließe. Der aber sei wichtig, um dem Leerstand bei- und „in den Erfolg“ zu kommen.

Ähnlich kritisch äußert sich Peter Cremerius (FDP). Die prinzipielle Arbeit als Interessenvermittler zwischen Hauseigentümern, Geschäftsleuten und Stadtverwaltung lobt er, „Die Cima verfügt über kompetente Mitarbeiter“. Außer einer „detaillierten Feststellung des Status quo, also einer Bestandsaufnahme“ kann er „nicht feststellen, was uns die Cima gebracht hat“. Sein Fazit ist ernüchternd: „Ich sehe keine Ideen, keine Dynamik und kein Feuer in den Konzepten“. Allerdings, so schränkt Cremerius hinsichtlich zu ergreifender Maßnahmen gegen den Leerstand in der Innenstadt ein, „sind die Möglichkeiten begrenzt.“ Ladenlokale seien oft veraltet, Eigentümer investierten nicht in deren Erhalt, da könnte auch der beste Manager nichts machen. Das strikte Vorgehen, wer sich in der City niederlassen dürfe und wer nicht, sei zu „restriktiv, starr und unflexibel und muss dringend verändert werden“. Handel und Marktwirtschaft solle überlassen werden, welchen Platz sie nutzen wollen. „Letztlich entscheiden die Protagonisten“, die bisherigen Vorgaben seien nicht zeitgemäß, außerdem würden sie der Stadt zu wenig Spielraum lassen, sagt Cremerius. „Wichtig ist, die bislang geleistete Arbeit in der Verwaltung fortzusetzen“, sagt Daniel Rinkert (SPD). Die Aufgaben, die aus dem ISEK-Konzept an die Cima gestellt worden sind, seien realisiert worden. „Das war ihre Aufgabe.“

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Wichtige Anstöße habe die Cima für die Innenstadtentwicklung, vor allem im Kampf gegen den Leerstand, gegeben – und dass „nicht alles realisiert werden konnte, hängt auch mit den Vermietern und Eigentümern zusammen“. „Grundsätzlich sehen wir die Arbeit positiv. Jetzt sind Politik, Verwaltung, Eigentümer und Werbering gefordert, weiter zu machen“. „Die Arbeit sollte in der Wirtschaftsförderung fortgesetztw erden“, sagt auch Martina Suermann.

„Die Arbeit der Cima ist noch nicht abgeschlossen, so dass keine Beurteilung erfolgen kann“, teilt Rathaussprecher Stephan Renner mit. Wünschenswert wäre gewesen, wenn die Beratungsangebote besser in Anspruch genommen worden wären. Bei der Ratsitzung am Donnerstagabend bilanziert die Verwaltung, welche Maßnahmen umgesetzt wurden, aktuell ansteht oder neu angegangen wird.

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