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Grevenbroich: Pocomania in Bosnien auf der Bühne

Grevenbroich : Pocomania in Bosnien auf der Bühne

Die Theatergruppe "Pocomania" der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule trat jetzt erstmal beim Bühnenfestival "Bina Mira" auf und kehrte mit vielen positiven Eindrücken zurück. Die Jugendlichen waren derart begeistert, dass sie auch 2013 dabei sein wollen – dann mit ihrer neuen Produktion.

Die Theatergruppe "Pocomania" der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule trat jetzt erstmal beim Bühnenfestival "Bina Mira" auf und kehrte mit vielen positiven Eindrücken zurück. Die Jugendlichen waren derart begeistert, dass sie auch 2013 dabei sein wollen — dann mit ihrer neuen Produktion.

Zurück gekehrt aus Banja Luka (Bosnien) mit zahlreichen neuen Eindrücken: Das ist das Ensemble "Pocomania" der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule. Die Jugendlichen um Leiter Axel Mertens haben ihre Eigenproduktion "Der rote Igel" beim Friedenstheaterfestival "Bina Mira" gezeigt und konnten selbst Aufführungen von internationalen Schultheatergruppen verfolgen. Warum ein Auftritt vor Darstellern eine andere Dimension besitzt, als das Spiel vor Eltern und Freunden, erläutert Gesamtschülerin Tasha Belten: "Man erhält ein ganz anderes Feedback. Wer selbst Theater spielt, achtet mehr auf Kleinigkeiten."

Theater für gemeinsame Identität

Hinter diesem Festival verbirgt sich eine Idee — die Idee, dass Jugendliche aus Europa eine gemeinsame Identität bilden können, wenn sie zusammen Theater machen und erleben. Hinter dieser Idee steht ein Mensch — ein Mensch wie der frühere Lehrer und Schriftseller Heinz Jussen (74). Der Aachener hat sich seit 1992 immer wieder in den Zentralgebieten Bosniens aufgehalten, nach eigenen Worten "das Gemetzel des Bürgerkriegs miterlebt" und einige humanitäre Projekte organisiert.

Auch 2007, als um die Souveränität des Kosovo gestritten wurde, beobachtete Heinz Jussen selbst, dass der Krieg in den Köpfen noch nicht beendet war: "Ich sah junge Bosnier, Serben, Kosovaren, die sich voller Hass bekämpften und aufeinander losgingen — obwohl ihre Generation doch eigentlich schon weiter sein sollte."

Und 2013 nach Slowenien?

Dies war der Impuls für sein Friedenstheaterprojekt, das der Aachener mit dem politisch aktiven Bosnier Safet Sejranic und Haris Kurbegovic, dem Leiter einer Elementarschule, umsetzte. Seit fünf Jahren können sich Jugendliche aus dem Balkan mit Europäern rund um das Bühnenspiel austauschen. Bisher wurde die "Bühne des Friedens" im Zwei-Jahres-Rhythmus bespielt. "Dass jetzt die Theatergruppe ,Pocomania', die deutschlandweit einen sehr guten Ruf genießt, teilnahm, hat mich sehr gefreut", sagt Jussen nach dem dritten Festival.

"Wir haben zwar unsere letzte Produktion bereits vielfach gezeigt, doch die Veranstaltung in Bosnien stellte eine neue Erfahrung dar", sagt Theater-Leiter Axel Mertens. Für die jungen Schauspieler sei es auch interessant, einmal andere Bühnen-Traditionen, etwa aus Russland, zu erleben.

Und auch beim nächsten "Bina Mira"-Festival würden die Grevenbroicher Gesamtschüler gern dabei sein — eigentlich müssten sie zwei Jahre warten. Doch Heinz Jussen brachte sie zum Jubeln, als er das Datum 2013 nannte. Spielort soll das slowenische Ljubljana sein.

(NGZ/rl)