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Grevenbroich: poco*mania 2.0 für alle bis 27 Jahre offen

Grevenbroich : poco*mania 2.0 für alle bis 27 Jahre offen

Die seit 20 Jahren bestehende Theatergruppe poco*mania der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule orientiert sich jetztan der freien Theaterszene und kooperiert mit dem Mönchengladbacher Berufskolleg für Technik und Medien.

Im Mai startet die seit 20 Jahren kreative und sogar international sehr erfolgreiche Theatergruppe poco*mania rund um Spielleiter Axel Mertens. Das Aushängeschild der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule Grevenbroich bringt eine Eigenproduktion frei nach Heinrich von Kleists Novelle "Die Marquise von O..." Mertens dazu: "Diese Novelle ist in obligatorisch für das NRW-Zentralabitur im Fach Deutsch der nächsten Jahre. Grund genug, dass sich unsere insgesamt acht jugendlichen Spieler sowie die Leute unserer Regie-Gruppe ihren eigenen Reim darauf gemacht haben." Dem theaterbegeisterten Publikum verspricht er: "Seien Sie gespannt auf unsere Eigenproduktion, die kein Schauspiel sein wird, sondern eher ein riesiges Spektakel, eine Show mit viel Rhythmus und Tanz, schrägen Ideen und unerwarteten Wendungen."

In der Inszenierung "Marquise von O.." geht es nicht alleine um dass Schicksal der weiblichen Hauptfigur, der missbrauchten Marquise O. Vielmehr ist es ein Stück über Familien, über die Rolle, die wir alle einzunehmen gelernt haben, über das, was Familien zusammenhält, wenn alles auseinanderfliegt und über die Abgründe, die sich auftun können, wenn der schöne Schein verfliegt.

"poco*mania 2.0" nennt sich die junge Theatergruppe seit diesem Jahr und beschreitet mit einem ganz neuen Konzept neue Wege. Mertens erklärt: "In der jetzigen Produktion spielen bereits genauso viele junge Leute des Mönchengladbacher Berufskollegs für Technik und Medien, wie von der Käthe Kollwitz-Gesamtschule. Dazu kommen einige unserer ehemaligen Pocomanen, die es einfach nicht lassen können, Theater zu spielen."

Das Problem, das sich zunehmend weniger Schüler der Grevenbroicher Schule für die Mitarbeit in der Theatergruppe meldete, zeichnete sich bereits seit zwei Jahren ab. Die Idee ist nun, ein Ensemble zu haben, das in seiner Arbeit vom Schuljahr gelöst ist und dem der zeitliche Druck wesentlich genommen wird. "Also realisieren wir eine Inszenierung in Zukunft nicht mehr in vier bis fünf Monaten, sondern in bis zu neun Monaten. Und wir spielen außerdem die Stücke längere Zeit - etwa eineinhalb bis zwei Jahre," sagt der Spielleiter. Damit will die junge Theatergruppe dem Bedürfnis der Schülerschaft nach mehr Freizeit entgegenkommen. poco*mania 2.0 versteht sich als Theatergruppe für Jugendliche und junge Erwachsene bis zum Alter von 27 Jahren.

Die Eigenproduktion "Die Marquise von O.." soll nun bis 2020 laufen. Und das Ensemble wird also über Jahre zusammen bleiben. Es gibt bereits reichlich Anfragen von Schulen aus ganz Deutschland, für die die Theatergruppe Aufführungen bieten wird. Mertens erklärt: "Für die neuen Schüler, die dazu kommen, bieten wir ab Sommer 2018 eine neue Produktion. Und die Spieler der jetzt laufenden Inszenierung "Die Marquise von O.." können auch dort schon wieder mitmachen, wenn sie möchten." Dann hat das junge Theater "poco*mania 2.0" demnächst ein Ensemble mit einem gewissen Repertoire von Stücken und Mertens hofft: "Wir würden uns freuen, wenn wieder mehr Jugendliche von unserer Schule mitmachen."

Wer nun neugierig geworden ist, darf gerne bei den Proben dienstags ab 16 Uhr im Foyer der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule Theaterluft schnuppern.

(NGZ)