Grevenbroich: Platz für Wohnmobile gefordert

Grevenbroich : Platz für Wohnmobile gefordert

Seit Jahren setzen sich Werner Amian und Peter Zorn für einen vernünftigen Wohnmobil-Platz in Grevenbroich ein, doch die Stadt wird bislang nicht aktiv. "Grevenbroich verschenkt Geld, verzichtet auf Kaufkraft", sagt Zorn.

Seit über 30 Jahren ist Peter Zorn Wohnmobil-Tourist, der Gustorfer war bereits in Österreich, Italien, der Schweiz und in vielen Regionen Deutschlands — er kennt etliche Wohnmobil-Plätze.

Doch ausgerechnet seine Heimatstadt hat bei der Infrastruktur für die Reisemobil-Touris so gut wie nichts zu bieten: "Wer den Trend zum Wohnmobil nicht mitmacht, der verschenkt Geld", sagt der 64-Jährige. Immerhin gibt's in Deutschland rund 400 000 Wohnmobile.

Seit Jahren setzen sich Zorn und Werner Amian aus Wevelinghoven für einen Platz für Wohnmobile ein. "Die Stadt kommt nicht aus den Füßen", kritisiert Amian, der drei Jahre lang Präsident der Reisemobil-Union war. Zwar hat die Stadt auf dem Parkplatz an der Spielspinne am Bend Stellplätze ausgewiesen. "Doch wenn Wohnmobilisten mich fragen, wie der Platz ist, kann ich nur abraten: Es gibt weder Strom noch Frischwasser — auch eine Entsorgungsmöglichkeit für die Toilette fehlt", sagt Amian.

An der mangelhaften Ausstattung hat sich trotz aller Hinweise nichts geändert. "Wohnmobil-Touristen sind willkommen, aber für die Ausstattung der Stellplätze fehlt bislang das Geld", erklärt Stadtmarketingbeauftragter Robert Jordan. Amian macht eine andere Rechnung auf: "Der Stadt gehen Touristen und Kaufkraft verloren. Viele Kommunen am Niederrhein machen uns vor, wie es besser geht." Als Beispiel nennt er Goch: 70 Stellplätze stehen auf dem städtischen Friedensplatz zur Verfügung, nur 800 Meter von der City entfernt.

Bei Vereinstreffen finden bis zu 200 Fahrzeuge Platz. "Über Pfingsten waren 160 Wohnmobile hier", sagt Hans Weinem, Vorsitzender des Reisemobilclubs Rhein/Maas Goch, der die Anlage betreut. Zwölf Stromsäulen liefern Energie für 60 Mobile. Vier Euro kostet der Stellplatz pro Tag. Für 2011 hatte Goch — abzüglich Betriebskosten — mehrere zehntausend Euro an Einnahmen kalkuliert, die zum Großteil für die Finanzierung einer Wohnmobil-Großveranstaltung verwendet werden sollten.

Von einer guten Infrastruktur profitieren auch andere: "Ein Paar, das mit dem Mobil Station macht, gibt am Tag 60 bis 70 Euro am Ort aus. Reisemobilisten kochen meistens nicht, sondern gehen essen", weiß Amian. Von der Lage sei der Platz an der Spielspinne günstig. Ein anderer möglicher Standort: der Schützenplatz, der die meiste Zeit des Jahres ungenutzt ist. "Der ist ruhig gelegen und nahe an der Innenstadt", so Zorn.

Vielleicht gibt's ja doch eine Lösung — mit Partnern: "Perspektivisch wäre denkbar, dass sich ein Verein, etwa der Verkehrsverein, des Themas annimmt, um eine Infrastruktur zu schaffen", so Jordan.

(NGZ/rl)