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Grevenbroich: Plakate kaschieren Leerstände

Grevenbroich : Plakate kaschieren Leerstände

Ein Trio von leeren Ladenlokalen an der Breite Straße wird jetzt aufgepeppt: Eine junge Frau auf Folie wirbt für den Umzug eines Optikers. Auch die Wirtschaftsförderung plant, unvermietete Geschäfte kreativ zu nutzen.

Wie kann man ein leerstehendes Geschäft zum Hingucker machen? Mit dem Bild einer jungen Frau, heißt die Antwort, die Optiker Peter Müdders als neuer Mieter und Fred Schlangen als Vermieter gefunden haben.

Zu sehen ist das Ergebnis nach dem Vorbild großer Einkaufscenter an der Breite Straße 42, dort wird Optiker Müdders zum 1. Dezember umziehen. "Eine tolle Idee", sagt auch Wirtschaftsförderin Carina Lucas. Auf diese Weise könne eine unattraktive Fläche sinnvoll genutzt werden. Ein Prinzip, das die städtische Wirtschaftsförderung in naher Zukunft erneut aufgreifen will — ebenfalls an der Breite Straße, wo Läden ungenutzt sind.

In die freien Ladenlokale in der Innenstadt ziehen wieder Händler ein: Im früheren "First"-Reisebüro gibt es exklusive Damenmode von Christa Kern, im früheren "Adessa" ist nach Umbau "Ernstings Family" zu finden, für "Intersport Heidingsfelder" öffnete als Interimslösung der "FlicFlac"-Karnevalshop und die frühere Bäckerei Matheisen wird zum Fachgeschäft für Nachtwäsche und Dessous.

Auch Peter Müdders (55), seit vier Jahren Optiker in Grevenbroich, hat sich für einen Umzug vom Markt an die Breite Straße entschieden. "Das Haus soll verkauft werden, das war mir zu unsicher." Doch der Standort Grevenbroich ist für ihn so attraktiv, dass er in keinesfalls aufgeben wollte.

Was Rüdiger Bohn (60), Gestalter von Werbemitteln, bereits in den "DüsseldorfArcaden" in Bilk oder im "Rheinpark-Center" in Neuss macht, wiederholte er an prominenter Stelle in Grevenbroich: ein Schaufenster mit Spezialfolie verkleben. "In Shopping-Centern sind Mieterwechsel häufig, doch Leerstände werden verklebt und als Werbeflächen genutzt."

Bohn sieht zwei Vorteile: "Zum einen wissen die Kunden, wie sich ein Standort verändert, werden auf den neuen Nutzer aufmerksam. Zum anderen ist eine bunte Folie optisch attraktiver als ein leerstehender Laden." Oft würden Auftraggeber noch kleine Löcher in die Folie schneiden lassen: "So werden die Leute neugierig, können während des Umbaus schon mal einen Blick in das künftige Geschäft werfen", sagt Rüdiger Bohn.

Auch Fred Schlangen ist zufrieden mit der jetzigen Lösung. "allerdings eignet sich eine solche Form der Werbung nur, wenn sie über einen längeren Zeitraum zu sehen ist." Bei Umbauten an der Schaufensterfront sei eine solche Investition nicht sinnvoll.

Peter Müdders kann jedenfalls zufrieden sein. Seine junge Brillenträgerin hat bereits einige Blicke auf sich gezogen, seine Stammkunden wissen, wo er künftig zu finden sein wird. Und Rüdiger Bohn meint: "Wenn nur fünf Prozent der Kunden kommen, denen das Plakat aufgefallen ist, hat es sich gelohnt."

(NGZ/rl)