1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Plagegeister unterwegs

Grevenbroich : Plagegeister unterwegs

Die warm-trockene Witterung war ideal für den Hochzeitsflug und die Paarung der Ameisen. Jetzt geben Mücken und Wespen den Ton an. Aber auch Flöhe und Bettwanzen werden in den Sommermonaten zur Plage.

Für die meisten sind sie schmerzhaft, aber harmlos: Insektenstiche. Für Allergiker besteht allerdings Gefahr. Ein Stich reicht aus, um bei ihnen Kreislaufprobleme oder im schlimmsten Fall einen Schock auszulösen. Doch auch Stiche in Mund- und Rachenraum sind riskant und können zu Atemnot führen. Laut Techniker Krankenkasse (TK) verursachen Wespen, Bienen und Co. in Nordrhein-Westfalen (NRW) jährlich rund 1000 Klinikbehandlungen.

Nur nervig sind da die Garten-ameisen: Sie sind für etwa vier Wochen im Jahr mit Flügelchen ausgestattet, um zum Hochzeitsflug anzusetzen. "Ist die Paarungszeit vorbei, werfen sie auch ihre Flügel wieder ab", weiß Dirk Heyartz (42). Der Fachmann in Sachen Plagegeister ist aber überzeugt: "Mit dem Wetterumschwung ist der Hochzeitsflug vorbei." Heyartz rechnet nur noch mit "wenigen Nachzüglern". Allerdings betont der Schädlingsbekämpfer aus Elsen auch: "Ameisen gehören nicht ins Haus. Sie zerstören die Gebäudehülle."

Auch Mücken und Wespen schwirren umher. Während für den jährlichen Paarungsflug der Ameisen trockene, warme Witterung ideal ist, bevorzugen Mücken feucht-warmes Klima. Ihre Population wird nach der Einschätzung des Grevenbroicher Experten nicht "so stark werden", allerdings fällt seine Prognose mit Blick auf den 16-Tage-Trend nicht ganz so rosig aus: "Das jetzt ist das optimale Wetter, die Mücken können sich bestens entwickeln."

Eine Wespenplage hingegen schließt Dirk Heyartz für die hiesige Region in diesem Sommer aus. "Die Wespen erreichen längst nicht die Populationsstärke des Vorjahres." Das heißt aber nicht, dass der Schädlingsbekämpfer arbeitslos wird. Die Wespen halten ihn auch in diesem Jahr auf Trab: Zwei bis drei Nester muss er pro Tag beseitigen oder in die Natur umsiedeln, im Vorjahr schwankte die Zahl zwischen zehn und 15 Nestern täglich.

Wer glaubt, der lange Winter habe großen Einfluss auf die Insektenentwicklung, wird von dem 42-Jährigen eines Besseren belehrt. Er sprich von "einem Phänomen": "Die Insekten können ihren Zuckergehalt im eigenen Körper so verändern, dass er wie ein Frostschutzmittel wirkt." Laut Heyartz hat der Winter keinen entscheidenden Einfluss auf die Population der Insekten. Während er lediglich "von einer zeitlichen Verschiebung" spricht, hat der Schädlingsbekämpfer aktuell ein anderes Problem: "Die Entwicklung der Flöhe und Bettwanzen hat sich sprunghaft erhöht." Seine Beobachtung spiegelt sich in der Zahl der Hilferufe — speziell aus dem Privatbereich — wider. "Die Flöhe werden durch freilaufende Katzen in den Haushalt getragen." Auch wenn vom Floh für den Menschen keine akute Gefahr ausgeht — "er ist kein Krankheitsüberträger" — ist Geduld erforderlich: "Eine professionelle Schädlingsbekämpfung braucht seine Zeit. Bis der Wirkstoff auf das Nervensystem des Insekts reagiert, vergehen etwa acht bis zehn Tage."

(NGZ)