1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Piloten machen Flieger startklar für die Saison

Grevenbroich : Piloten machen Flieger startklar für die Saison

Die Mitglieder des Aero-Clubs Grevenbroich-Neuss wollen pünktlich in die Saison starten und machen schon jetzt ihre Segelflieger dafür flott.

Noch ist der Boden auf der Startwiese an der Gustorfer Höhe zu feucht, um von dort aus zu einem Segelflug über die Stadt zu starten. Und auch die derzeitige Thermik über dem kleinen Flugplatz bietet sich für einen vernünftigen Flug noch nicht an. Doch trotzdem ist auch in den Wintermonaten beinahe täglich Betrieb in den Hallen und Werkstätten des Aero-Clubs Grevenbroich-Neuss. Die Piloten schrauben an ihren Fliegern, warten, pflegen und reparieren sie.

"Schließlich wollen wir nicht noch ein paar Wochenenden in der Werkstatt verbringen müssen, wenn Ende März wieder die Flugsaison beginnt", sagt Daniel Nipkow (20) aus Neuss, der mit seinem Kollegen Devin Schmidt (16) aus Wevelinghoven kleinere Reparaturarbeiten an einem alten Schätzchen vornimmt. In dem Doppelsitzer "ASK 13" von 1969 mit einer Spannweite von mehr als 17 Metern haben sie vor sechs beziehungsweise drei Jahren selbst das Segelfliegen gelernt. Und sie wissen: "Gerade bei den älteren Modellen ist der Wartungsaufwand besonders hoch."

  • Arne Schmitz in seinem Chewbacca-Kostüm.
    „Solo: A Star Wars Story“ : Neusser Chew­bac­ca geht ins Ki­no
  • Grevenbroich
  • Die etwa 500 Meter lange Turbinenhalle
    Politik in Grevenbroich : Ausschuss stellt die Denkmalschutz-Frage

Um an alle Komponenten des Schulungs-Fliegers kommen zu können, sind die Tragflächen des Seglers abgeschraubt. Doch was genau machen die jungen Piloten? Konkret bessern sie kleine Lackabplatzer im engen Cockpit aus, in dem statt High-Tech noch runde Instrumente und Steuerhebel vorhanden sind. "Das dient dem Korrosionsschutz", erklärt Devin Schmidt aus Wevelinghoven. Natürlich würde er viel lieber einige Runden über Grevenbroich drehen, anstatt den "Oldtimer" in der Halle auf Vordermann zu bringen. "Aber die Arbeit lohnt sich. Allein schon für den Ausblick, den wir von da oben genießen können", sagt der 16-Jährige.

"Für die bevorstehende Saison wird der Flieger natürlich auch gründlich gereinigt und eingewachst, damit er gut gleitet. Die beweglichen Komponenten werden geölt, und die Technik muss auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft werden - und zwar nach einem genauen Plan, der alle Maßnahmen beinhaltet", zählt Norbert Diekneite (67) die noch fälligen Maßnahmen auf. Der Neusser sitzt seit inzwischen 32 Jahren im Cockpit und ist heute Vorsitzender der Abteilung Segelfliegen beim Aero-Club, der aktuell acht Vereinsflugzeuge besitzt, die allesamt für den Saisonstart Ende März flott gemacht werden müssen. "Auch in Norf haben wir eine Halle, in der wir Hobby-Piloten in der Winterzeit regelmäßig schrauben", sagt Diekneite.

Den Überblick behält an der Gustorfer Höhe Werkstattleiter Andreas Kimmer (31), der auch den jüngeren Mitgliedern des Clubs mit Ratschlägen zur Seite steht. Denn: Bevor ein Flieger von den Winden in die Höhe gezogen werden kann, muss eine Art Flugzeug-TÜV die Sicherheit der ultraleicht gebauten Flieger absegnen - "ähnlich wie beim Auto", erzählt Norbert Diekneite, der zu den "alten Hasen" des Clubs zählt, sich aber trotzdem auch noch an den Instandhaltungsarbeiten der Flugzeuge beteiligt und genau wie die Nachwuchs-Piloten Daniel Nipkow und Devin Schmidt noch immer auf den Moment hin fiebert, in dem es endlich wieder "Take-off" heißt und bis auf 950 Meter hoch hinaus geht.

(cka)