Grevenbroich: Pfarrheim Neukirchen: Ärger wegen Nachtruhe

Grevenbroich: Pfarrheim Neukirchen: Ärger wegen Nachtruhe

Nachbarn schalteten nach Lärm bei Veranstaltungen die Polizei ein. Konsequenz: Das Pfarrheim schließt bereits um 22 Uhr seine Türen.

Lärm in der Nacht sorgt im Neukirchener Ortskern für Ärger. Einige Nachbarn des katholischen Pfarrheims schalteten, wie die Kirchengemeinde bestätigt, bei Veranstaltungen sowohl Polizei als auch Ordnungsamt ein. Die Pfarre sucht nun eine Lösung, wie auch in Zukunft einige Veranstaltungen im Pfarrheim bis in den späteren Abend gefeiert werden können. Betroffen ist auch der Bürgerschützenverein Neukirchen, der das Heim als Königsresidenz nutzt.

"Es gab bei einigen Veranstaltungen, für die wir das Pfarrheim vermietet hatten, berechtigte Beschwerden aus der Nachbarschaft. Das schlug extrem über die Stränge - teilweise bis drei oder vier Uhr", berichtet Peter Balzer, geschäftsführender Vorsitzender des Kirchen-vorstandes von St. Jakobus. Balzer spricht von "einigen wenigen Nachbarn", die sich beschwert hätten. Nach Information der NGZ-Redaktion handelt es sich um Bewohner der vor wenigen Jahren errichteten "Jakobushöfe". Peter Balzer betont: "Das Ordnungsamt muss bei Störung der Nachtruhe tätig werden, und es hat uns erklärt: ,Stellt das ab, sonst müsst ihr mit ordnungsbehördlichen Maßnahmen rechnen'". Die Kirchengemeinde wolle kein Bußgeld in Höhe von mehreren tausend Euro riskieren. Und er betont: "Die Nachtruhe muss gewährleistet sein."

Mit den Nachbarn hat es laut Balzer ein erstes Gespräch gegeben. Zudem hat die Kirchengemeinde die Vermietungsbedingungen geändert: Das Heim wird nur noch bis 22 Uhr vermietet, dann ist Schluss. Bislang galt die Regelung, dass es nach 22 Uhr draußen ruhig bleiben muss sowie Türen und Fenster geschlossen sein sollen.

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Die neue Begrenzung hat Folgen. "Wenn Miet-Interessenten erfahren, dass die Veranstaltung bereits um 22 Uhr zu Ende sein muss, sagen viele: ,Das haben wir uns aber anders vorgestellt'." Die Vermietung des Pfarrheims für runde Geburtstage und andere Anlässe bildet für die Kirchengemeinde zudem eine Einnahmequelle.

Wie geht's nun weiter? "Wir müssen mit der Stadt klären, welche Möglichkeiten bestehen, dass dort weiterhin eine bestimmte Zahl von Veranstaltungen möglich sein wird. Die Stadt hat uns mitgeteilt, dass das Heim als Altentagesstätte ausgewiesen ist - und dass Partys abends dafür sachfremd seien", berichtet Balzer. Zeichnet sich eine Lösung ab, soll es ein weiteres Gespräch mit Nachbarn geben. Bis zum Ende dieses Jahres solle eine Lösung gefunden sein.

Interesse daran haben auch die Schützen. "Seit vier Jahren stellen wir das Pfarrheim für die Königsresidenz zur Verfügung", erklärt Peter Balzer. Das trage dazu bei, dass der Bürgerschützenverein jedes Jahr einen König habe - weil er keine Räumlichkeit suchen muss. "Das ist für uns natürlich eine gut Sache", sagt Schützenpräsident Bernhard Padberg. Er hofft darauf, dass ein Kompromiss gefunden wird, der zumindest an zwei Tagen (Residenzeröffnung und Krönungsabend) ein längeres Feiern ermöglicht.

(NGZ)