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Grevenbroich: Per Satellit zur Muttergottes

Grevenbroich : Per Satellit zur Muttergottes

Rund um die katholische Pfarrkirche St. Mariä Geburt ist ein "Cache" (Schatz) versteckt – zu finden ist er mit GPS-Gerät und Interesse für die Muttergottes. Platziert hat ihn Elke Stölting (37) alias "Mother Mary" aus Noithausen.

Rund um die katholische Pfarrkirche St. Mariä Geburt ist ein "Cache" (Schatz) versteckt — zu finden ist er mit GPS-Gerät und Interesse für die Muttergottes. Platziert hat ihn Elke Stölting (37) alias "Mother Mary" aus Noithausen.

"Mother Mary" lädt zur Schatzsuche ein: Rund um die Pfarrkirche St. Mariä Geburt kann man mit GPS-Gerät und theologischem Interesse einen Schatz heben. Ab dem morgigen Samstag wird Noithausen zur Marien-Oktav nicht nur Ziel von zahlreichen Gläubigen jeden Alters werden, sondern auch von Schatzsuchern. Vier Stationen sind zu absolvieren, dann ist das Ziel erreicht, kann der Cache von den modernen Schatzgräbern (Geocachern) abgehakt werden. "Eine gute Idee", meint Pfarrer Ulrich Filler. "Durch ein derart niederschwelliges Angebot erreichen wir auch Menschen, die sich sonst weniger für den Glauben interessieren."

Versteckt ist der Schatz seit der Marien-Oktav 2011. Die Idee dazu hatte "Mother Mary" selbst — dahinter verbirgt sich Elke Stölting (37), Noithausenerin und Lehrerin am Berufskolleg in Neuss. Sie ist eine begeisterte Geocacherin, hatte bislang eines jedoch vermisst: "Einen Cache in meiner Heimat — aus diesem Grund habe ich die Oktav 2011 zum Grund genommen, endlich auch Noithausen der CacherGemeinde präsentieren zu können." Ein Besuch der Kirche und der Marienfigur lohne auf jeden, wirbt "Mother Mary".

Der "Schatz" ist eine wasserdichte Dose, in der sich ein Logbuch und verschiedene kleine Tauschgegenstände befinden. Jeder Finder trägt sich in das Buch ein, um seine erfolgreiche Suche zu dokumentieren. Parallel dazu hat Stölting einen "Travel-Bug" (Reise-Käfer) in Form eines Christophorus-Anhängers in die Dose gelegt, der durch den ständigen Austausch einmal den Petersdom in Rom erreichen und irgendwann wieder zurück nach Noithausen kommen soll. "Dieser Anhänger ist bislang sehr weit gereist, etwa 5800 Meilen", sagt "Mother Mary" nicht ohne Stolz.

Um den Schatz zu finden, müssen sich die Sucher mächtig anstrengen. Denn Elke Stölting verlangt erst einmal Wissen, ehe die nächsten Satelliten-Koordinaten geliefert werden und der Cache näher rückt. So musst ein Marienlied-Titel aus dem "Gotteslob" vermittelt werden, zudem ist die lateinische Form des Mariengebets gefragt. Auch bibelkundig sollten die Schatzsucher sein und etwa wissen, zu welche Hochzeit die Muttergottes laut der Heiligen Schrift eingeladen war. Auch moderne Marienleider sollten recherchiert werden.

Wer sich jetzt zur Schatzsuche aufmacht, hat die Wallfahrts-Grundausstattung — einen Muttergottes-Pin zum Anstecken und einen Rosenkranz — zwar bereits verpasst. Allerdings sind noch weitere große und kleine Geschenke in der Schatzdose versteckt.

(NGZ/ac)