Grevenbroich: Pater Gregor ist ein Zisterziensermönch

Grevenbroich: Pater Gregor ist ein Zisterziensermönch

Nach fünf Jahren entschied sich der 53-Jährige für ein Leben im Kloster Langwaden. Nach dem Postulat, dem Noviziat und der Zeitlichen Profess wurde der gebürtige Erfurter am gestrigen Pfingstmontag zum Mönch geweiht.

Etwa fünf Jahre liegt es zurück, dass Pater Gregor sich für das Leben und die Arbeit bei den Zisterziensern im Kloster Langwaden entschied. Nach Postulat und Noviziat erlebte der 53-Jährige am gestrigen Pfingstmontag einen "weiteren besonderen Moment": die Mönchsweihe. Eingebettet in die heilige Messe mit Wortgottesdienst und Predigt fand sie am Vormittag in der Klosterkirche statt.

Begleitet von allen Ordensbrüdern sowie Pater Gregors Geschwistern, deren Familien und Freunden, war das ein überaus feierlicher Moment. Die dabei elementare Frage, ob er sich für immer an Gott binden wolle, stellte Prior Bruno Robeck. Anschließend verlas Pater Gregor die Profess-Urkunde, die dieses Bündnis festhält, und unterzeichnete sie. Nach Wechselgesang mit den Ordensbrüdern und dem Friedensgruß erfolgte das Anlegen der Kukulle. "Dieses Gewand zeichnet sich durch sehr lange Ärmel aus", sagt Pater Georg schmunzelnd. "Sie ist das Zeichen, nun vollständig zum Konvent zu gehören." Dieses kirchliche "Lebenslänglich" sei vergleichbar mit einem weltlichen "Ja"-Wort zur Eheschließung.

Knapp fünf Jahre hatte er Zeit "zu überprüfen, ob die Lebensform in der Zisterzienser-Gemeinschaft die richtige für ihn ist. "Ja, das ist sie", sagt Peter Gregor. Er sei fest entschlossen, diese Gemeinschaft weiterzuführen - und auch die Ordensbrüder und der Prior wollen sie mit ihm fortsetzen.

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Vor der Mönchsweihe stand aber auch die "strenge Selbstreflexion der persönlichen Geschichte mit allem, was dazu gehört", sagt der Pater. "Und die war bei mir keine Autobahn." Über die Entwicklung zum Priester sei er sich "früh ganz sicher" gewesen. "Aber die innere Klarheit, dorthin zu finden, ist ein schrittweiser Prozess", und vor dem großen Ereignis erinnerte sich Pater Georg "staunend und voller Dankbarkeit an die, die in schwierigen Zeiten zu mir gestanden haben".

Für den Konvent bedeutet diese feierliche Aufnahme "ein Stück Stabilität", jeder der Mitbrüder hat in der Gemeinschaft seine Aufgaben. "Man wächst aneinander und miteinander, wenngleich wir uns nicht ständig um den Hals fallen", sagt Pater Gregor. Dass nun nach der Mönchsweihe "Rosen vom Himmel fallen werden", erwartet er nicht. "Ich hoffe, weiter zu lernen - aber auch zu verlernen", meint er. Beispiele für das gewollte Verlernen sei zum Beispiel, "sich nicht mehr aufzuregen, sondern einen konstruktiven Umgang mit etwas eigentlich Unschönem zu versuchen".

Mit der gestrigen Mönchsweihe habe er einen besonderen Punkt erreicht. "Vergangenheit und Zukunft verzahnen sich", sagt Pater Gregor über seine Frage, welches Verhältnis er zu Gott habe und was Gott ihm zutraue. "Gott wünscht von jedem Menschen, er möge ein Original sein, keine Kopie. Er wünscht also, dass wir Ursprünglichkeit leben", berichtet der Zisterzienser. Anderen auf diesem Weg zu helfen, sei eine seiner Aufgaben. Die Mönchsweihe jetzt zu erfahren, mache ihm diese Aufgabe neu bewusst. "Das treibt mich immer weiter an."

(von)