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Partnerschaftsverein Grevenbroich in Sorge um Corona in Partnerstädten

Ausgangssperre in Kessel/Niederlande : Grevenbroich in Sorge um seine Partnerstädte

Die nächtlichen Ausgangssperren in den Niederlanden treffen auch Grevenbroichs Partnerstadt Kessel unweit von Venlo. Auch in St. Chamond in Frankreich ist die Corona-Lage angespannt.

Die Mitglieder des Partnerschaftsvereins blicken mit Sorge auf die Corona-Entwicklung in den Partnerstädten Grevenbroichs. Während sich im Rhein-Kreis Neuss mit einer Inzidenz von 93 am Freitag allmählich eine Entspannung der Infektionszahlen abzeichnet, ist die Situation etwa im französischen St. Chamond südwestlich von Lyon oder in Kessel bei Venlo deutlich angespannter. Besonders betroffen sind die Menschen in Kessel. Für sie gilt wie für alle Niederländer seit Montag eine nächtliche Ausgangssperre, auch aus Angst vor der britischen Coronavirus-Mutation. Von 21 bis 4.30 Uhr dürfen sie ihre Häuser nicht verlassen.

„Natürlich blicken wir mit Sorge darauf“, sagt Luise Coenen, Geschäftsführerin des Partnerschaftsvereins, der derzeit rund 150 Mitglieder zählt. „Frankreich ist aber nicht minder betroffen“, sagt Coenen: In St. Chamond sei das öffentliche Leben schon deutlich früher zum Erliegen gekommen, auch habe es viele Menschen gegeben, die an oder mit einer Corona-Infektion gestorben seien. „Wir halten den Kontakt zu unseren Partnerstädten“, betont Coenen.

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Auch in dieser schwierigen Zeit gebe es regelmäßig Telefonate und Chats, insbesondere die Abteilungsleiter im Verein halten Kontakt in die jeweiligen Regionen. „Eigentlich stehen 2021 eine Reihe von Festen an: Die Partnerschaft mit St. Chamond besteht seit 40 Jahren, die mit Auerbach in Sachsen seit 30 Jahren“, sagt Luise Coenen, die skeptisch ist, dass das mit den Feiern in diesem Jahr klappt. 2020 habe man alle Veranstaltungen absagen müssen. Coenen: „Ich bin aber davon überzeugt, dass unsere Partnerschaften nach Corona wieder aufleben werden.“

Das hofft auch Carmen von Borzestowski. Sie ist Abteilungsleiterin für die Partnerschaft zu Auerbach im Vogtland, gleichzeitig verschlägt es sie regelmäßig zu ihrem Lebensgefährten in den Ort Belfeld, der jenseits der Maas, aber genau zwischen Kessel und Venlo liegt. Sie berichtet von gespenstischen Szenen. „Abends ist es sehr ruhig auf den Straßen, es fahren keine Autos mehr, auch keine Motorräder“, berichtet sie von den Auswirkungen der Ausgangssperre. Von Ausschreitungen im Zusammenhang mit der Ausgangssperre hat sie im beschaulichen Belfeld nichts mitbekommen, aber es habe Berichte über Randalen am Venloer Bahnhof gegeben. Die deutsch-niederländische Grenze sei weiterhin passierbar. Die Sieben-Tages-Inzidenz in den Niederlanden lag zuletzt bei 197.