1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Parteien-Streit um Feuerwache

Grevenbroich : Parteien-Streit um Feuerwache

700.000 Euro genügen für die Sanierung der Feuerwache – das sagt die CDU. Das reicht nicht, kritisieren Feuerwehr und SPD, sie fordern eine weitergehende Lösung. Schon jetzt herrsche große Raumnot – etwa für die Ehrenamtler.

700.000 Euro genügen für die Sanierung der Feuerwache — das sagt die CDU. Das reicht nicht, kritisieren Feuerwehr und SPD, sie fordern eine weitergehende Lösung. Schon jetzt herrsche große Raumnot — etwa für die Ehrenamtler.

Alarm für den Löschzug Stadtmitte: Die Ehrenamtler eilen in die Wache, ziehen Schutzkleidung an, schnell muss es gehen. "Doch im Umkleideraum ist es so eng, dass wir uns gegenseitig in die Spinde schubsen. Und wenn Feuerwehrleute zu den Autos laufen, kommen ihnen durch dieselbe Tür die anderen entgegen", schildert Löschzugführer Heiko Mohren.

Klar ist: Die Feuerwache an der Lilienthalstraße ist ein Sanierungsfall, hat viele Mängel. Doch wie viel die Erneuerung kosten soll, darüber gibt's Differenzen. Höchstens 700.000 Euro zur Behebung der größten Mängel sollen nach Ansicht der CDU-Fraktion investiert werden. Das erregt Unmut: "Es ist uns völlig unverständlich, wie die CDU auf diese Zahlen kommt", schimpft SPD-Ratsherr Holger Holzgräber.

Er verweist auf den Hauptausschuss: Der habe gerade erst einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung die Kosten zur Mängelbeseitigung und für die Herstellung der Personalunterkunft ermittelt. "Zusätzlich sollen laut Protokoll Kosten für einen Neubau berechnet werden", so Holzgräber, der betont: "Wir brauchen eine zukunftsfähige Lösung für die Wehr, sie ist eine Pflichtaufgabe."

Laut eines Gutachtens von "Thelen-Architekten" schlagen Sanierung und Ausbau mit zehn bis elf Millionen Euro zu Buche. "Wenn eine neue Wache nur wenig teurer würde, sollten wir darüber nachdenken — und nicht schon jetzt Grenzen setzen", kritisiert Holzgräber den CDU-Vorstoß.

Klare Worte findet auch Feuerwehr-Chef Udo Lennartz. "Wir wollen keinen Luxuspalast, aber ohne deutliche Verbesserungen ist ein ordnungsgemäßer Einsatz- und Ausbildungsbetrieb in Zukunft nicht möglich." Schon der Brandschutzbedarfsplan 2009 habe die Mängel aufgezeigt. "Bis 2014 wird die Zahl der Hauptamtler auf 50 aufgestockt. Doch dafür reicht der Platz nicht, schon jetzt stehen sogar im Fernsehraum Spinde."

Auch bei den Ehrenamtlern und der Jugendfeuerwehr auf der Wache herrsche Raumnot, es müsse improvisiert werden. Der Löschzug Stadtmitte mit 33 Aktiven rückt im Jahr rund 220 Mal aus, besetzt alle Sonderfahrzeuge. "Doch wir haben keinen Aufenthaltsraum, das Löschzugführer-Büro zog in den Keller, um oben Platz zu schaffen", sagt Mohren.

Eigentlich ist für den Löschzug ein zweites Löschgruppenfahrzeug vorgesehen. "Doch dafür ist in der Halle kein Platz. Und wenn jemamand neu im Löschzug mitmachen will, muss ich eine Absage erteilen", so Lennartz. Heiko Mohren stellt fest: "Die Stimmung im Löschzug ist angespannt. Das Feuerwehr-Ehrenamt erhält nicht die notwendige Beachtung und Ausstattung."

(NGZ)