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Grevenbroich: Parkplatznot am Rastplatz

Grevenbroich : Parkplatznot am Rastplatz

Ein bundesweites Problem: An den Raststätten der Autobahnen gibt es viel zu wenig Parkplätze für Lastwagen. Auf dem Rasthof Vierwinden an der A 46 können rund 80 Brummis parken – abends ist es auch hier immer rappelvoll.

Ein bundesweites Problem: An den Raststätten der Autobahnen gibt es viel zu wenig Parkplätze für Lastwagen. Auf dem Rasthof Vierwinden an der A 46 können rund 80 Brummis parken — abends ist es auch hier immer rappelvoll.

 Parken in Reih und Glied: Bundesweit gibt es viel zu wenig Lastwagen-Parkplätze an Autobahnen.
Parken in Reih und Glied: Bundesweit gibt es viel zu wenig Lastwagen-Parkplätze an Autobahnen. Foto: NGZ

Lkw-Fahrer Matthias Bach wollte am Donnerstag in Grevenbroich seinen Hänger beladen und dann zurück nach Löbau bei Leipzig fahren. Eigentlich wäre er gestern wieder in der Heimat gewesen, am Ende kann er froh sein, wenn er es rechtzeitig zu Pfingsten schafft. Der Grund: Bach kam am frühen Donnerstagnachmittag fünf Minuten zu spät in Grevenbroich an. So konnte er erst gestern Morgen seinen Laster beladen und weiterfahren. Die Nacht musste er auf dem Rastplatz Vierwinden an der A 46 verbringen. "Hier habe ich zum Glück noch einen Parkplatz bekommen", sagte der 28-Jährige, als er sich beim Zeitunglesen einen Joghurt schmecken ließ.

 Parken in Reih und Glied: Bundesweit gibt es viel zu wenig Lastwagen-Parkplätze an Autobahnen.
Parken in Reih und Glied: Bundesweit gibt es viel zu wenig Lastwagen-Parkplätze an Autobahnen. Foto: NGZ

Das Problem der Parkplatzsuche kennt auch Renè Hörold. "Der Verkehr hat in den vergangenen Jahren so zugenommen, dass ich teilweise einfach keinen Parkplatz mehr finde", sagt der 40-jährige Lkw-Fahrer. Der Rastplatz Vierwinden sei einer der wenigen, an dem abends nicht das blanke Lkw-Chaos herrsche. Dort wurden vor einem halben Jahr in beiden Richtungen jeweils zwölf neue Lkw-Stellplätze gebaut. Mittlerweile können auf beiden Seiten jeweils rund 40 Lastwagenfahrer parken und übernachten. René Hörold ist froh, dass er an der A 46 Rast machen kann. "Ich musste schon einige Male die Lenkzeit um fast zwei Stunden überschreiten, weil ich keinen Parkplatz gefunden habe", sagt der 40-Jährige.

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Das Parkplatzproblem ist weitläufig bekannt. "Der Lkw-Stellplatzmangel ist eines der drängendsten Probleme an den deutschen Autobahnen", sagt Andreas Rehm, Sprecher der Tank & Rast GmbH, die Rastplätze in ganz Deutschland betreibt. "Ziel aller Beteiligten muss es sein, zusätzliche Lkw-Stellplätze an der Autobahn zu schaffen — und zwar dort, wo sie wirklich benötigt werden." Tank & Rast begrüße es ausdrücklich, "dass die Schaffung von ausreichend Lkw-Parkplätzen auf der Autobahn im Bundesverkehrsministerium mit hoher Priorität angegangen wird".

Auf dem Rastplatz Vierwinden hat sich die Reduzierung der Pkw-Plätze und gleichzeitige Erweiterung der Brummi-Parkplätze bereits ausgezahlt. "Abends ist es hier immer rappelvoll, die Lkw-Plätze sind meist alle belegt", sagt Dirk Pöhler, Pächter der Raststätte Vierwinden-Nord (Fahrtrichtung Aachen). Wenn es hart auf hart kommt und Lkw-Fahrer freitags ihre Termine zeitlich nicht einhalten können, kann es auch sein, dass sie Samstag und Sonntag auf dem Rastplatz verbringen müssen — gerade jetzt zu Pfingsten mit einem verlängerten Wochenende sehr ärgerlich.

Matthias Bach hat sich aber mittlerweile an das Leben an der Autobahn gewöhnt. "Der Rastplatz wird mit der Zeit so etwas wie eine zweite Heimat."

(NGZ)