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Grevenbroich: Park-Paradies Innenstadt

Grevenbroich : Park-Paradies Innenstadt

Die Gebühren auf städtischen Parkplätzen in der City liegen beim Städtevergleich weit unter Durchschnitt – das ist dem Bund der Steuerzahler NRW ein Lob wert. Die andere Seite der Medaille: Die Einnahmen sind gering.

Die Gebühren auf städtischen Parkplätzen in der City liegen beim Städtevergleich weit unter Durchschnitt — das ist dem Bund der Steuerzahler NRW ein Lob wert. Die andere Seite der Medaille: Die Einnahmen sind gering.

Kritik vom Bund der Steuerzahler (BdSt) NRW mussten sich die Verantwortlichen im Rathaus oft anhören — etwa wegen der Höhe der Abwassergebühren. Jetzt gibt's ein Lob: "Bei den Parkgebühren liegt die Stadt unter dem Durchschnitt. Für Autofahrer ist das besonders servicefreundlich", erklärt Sabine Kämpfer vom BdSt.

Anlass ist ein BdSt-Vergleich der Parkgebühren in 45 Innenstädten in NRW. Auf 1600 städtischen Stellplätzen — etwa an der Karl-Oberbach-Straße — ist der Parkautomat für eine Stunde mit 60 Cent zufrieden (zehn Cent je zehn Minuten). "Grevenbroich gehört zu den Städten, die sehr wenig nehmen. Köln fordert für die erste Stunde zwei Euro — zu viel", sagt Kämpfer. Im Durchschnitt gelte in den Innenstädten die Faustformel: "Eine Stunde Parken — ein Euro."

Viele Citybesucher wissen es: Grevenbroich ist ein Parkparadies. Wer gar keinen Parkgroschen opfern will, findet auf dem Platz der Republik und hinter dem Schloss hunderte gebührenfreie Plätze. Am Wochenende gilt an den städtischen Parkautomaten am Straßenrand generell "Frei parken". In den Parkhäusern von Coens-Galerie und Montanushof fallen zwar 1,10 beziehungsweise ein Euro in der ersten Stunde an, doch Kunden parken preiswerter oder kostenfrei.

Die Kehrseite der Medaille: Die Nothaushaltskommune nimmt im Jahr nur 166 700 Euro aus Parkgebühren ein, das gleich große Dormagen bringt es auf 385 000 Euro. Je Stellplatz erwirtschaftet Grevenbroich magere 104,21 Euro im Jahr. Neuss dagegen 1156 Euro. "In Grevenbroich ist noch ein bisschen Spielraum nach oben", sagt Kämpfer, aber sie rät zur "moderaten Gebührenpolitik: "Autofahrer reagieren auf Erhöhungen sensibel", würden sonst etwa zu Einkaufszentren auf der grünen Wiese ausweichen. Von einer Verteuerung des Parkraums hält Werbering-Chef Fred Schlangen gar nichts. "Wir haben ein gutes und preiswertes Parkangebot. Das muss so bleiben, damit wir mit Mitbewerbern in anderen Städten mithalten können." Er hat etwa das Rheinpark-Center in Neuss im Blick. "Gegen diese Konkurrenz hat Grevenbroich nicht verloren, das ist ein Erfolg. Das Parkangebot ist ein wichtiger Faktor dafür, dass die Stadt Kaufkraft aus anderen Kommunen anzieht."

Nötig seien auch kostenfreie Flächen — die Grünen forderten mehrmals eine Bewirtschaftung auf dem Platz der Republik. Dies lehnt Schlangen ab: "Die Stadt möchte die Innenstadt bis zum Bahnhof weiterentwickeln, ohne diesen kostenfreien Platz halte ich diese Entwicklung nicht für realisierbar." Von der Stadt war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

(NGZ)