Paralympics-Star auf Motocross-Bahn in Grevenbroich

Motorsport in Grevenbroich : Paralympics-Star auf Motocross-Bahn

Markus Rehm scheut sich nicht vor Herausforderungen. Der erfolgreiche Leichtathlet und mehrfache Weltmeister stieg fürs ZDF auf ein rassiges Cross-Bike und wagte sich auf die Sandbahn des Motorsportclubs Grevenbroich.

Auf der 1850 Meter langen Sandbahn stellt sich regelmäßig die Welt-Elite des Motocross-Sports ein. Weil die Anlage des MSC Grevenbroich halt europaweit mit die besten Trainings-Voraussetzungen bietet. Jetzt durchquerte ein prominenter Sportler die anspruchsvolle Hügel-Strecke, der ansonsten nichts mit knatternden Motoren zu tun hat: Markus Rehm, mehrfacher Goldmedaillen-Gewinner der Paralympics, wagte sich hinter das Lenkrad einer Motocross-Maschine. „Zum allerersten Mal“, wie der 31 Jahre alte, erfolgreiche Leichtathlet verrät.

Rehm machte das für die ZDF-Produktion „Die Sportmacher“, die jeden Donnerstag auf dem Kinderkanal (Kika) zu sehen ist. Die Sendung will jungen Leuten den Sport in all seinen Facetten erlebbar machen – auch mit ungewöhnlichen Aktionen. „Dafür haben wir uns Markus Rehm ausgesucht und ihn gefragt, was eine Herausforderung für ihn wäre“, schildert Susanne Schlüter, eine von drei Moderatoren der Reihe. „Alles was mit Action zu tun hat“, hatte der erfolgreiche Weitspringer geantwortet. „Und da sind wir auf den Motocross-Sport und den MSC Grevenbroich gekommen.“

Schon in der Grundschule sei er ein begeisterter Sportler gewesen, sagt Markus Rehm. Selbst als er im Alter von 14 Jahren bei einem Wakeboard-Training sein rechtes Bein unterhalb des Knies verlor, gab der gebürtige Baden-Württemberger nicht auf. 2005 wurde er deutscher Vize-Jugendmeister im Wakeboarden, danach widmete er sich der Leichtathletik, spezialisierte sich auf Weitsprung und Sprintstrecken. Mit Erfolg, immerhin ist er Weltrekordhalter im Weitsprung.

Und jetzt zum ersten Mal auf einem Motocross-Bike. „Eine Premiere“, sagt der 1,85-Meter-Mann, der – nachdem er von einem erfahrenen Trainer eingewiesen worden war – zunächst einmal langsam die Strecke abfuhr, um jeden Hügel, jede Unebenheit kennenzulernen. Dann gab er unerschrocken Gas und bretterte gekonnt über die Sandbahn. „Hat gut geklappt und Spaß gemacht“, sagte der 31-Jährige nach gelungener Berg- und Talfahrt.

Was der Leichtathlet mit der Beinprothese da auf der Königshovener Höhe am Stadtrand von Grevenbroich hinter dem Lenkrad einer KTM erlebt hat, das passt auch gut zu seinem Lebensmotto, das da heißt: Lass’ Dich nicht behindern. „Einfach mal was ausprobieren – und sich keinesfalls von anderen Leuten einreden lassen, was man alles kann oder nicht kann“, diesen Rat gibt Markus Rehm gerne jungen Menschen mit Behinderung auf den Weg. „Dran bleiben und die Kräfte weiter festigen – das ist wichtig.“

Was so alles auf der Motocross-Bahn passiert ist, wird in einer der nächsten Folgen von „Die Sportmacher“ zu sehen sein. Seit Oktober 2018 läuft die Sendung über den Kika. Die Moderatoren Laura Knöll, Susanne Schlüter und Stefan Bodemer stellen mit Kindern, Jugendlichen und prominenten Erwachsenen die unterschiedlichsten Sportarten vor – vom Spitzen- und Breitensport über E-Sports und exotische Sportarten bis hin zum Behinderten- und Fun-Sport. „Da kommen auch schon mal ganz verrückte Dinge vor“, sagt Susanne Schlüter. „Zum Beispiel ein Mülltonnen-Rennen, an dem ich selbst teilgenommen habe. Der Spaß steht bei uns im Mittelpunkt.“

Zurzeit bereiten sich die Mitglieder des Motorsportclubs Grevenbroich auf ihr nächstes Großereignis vor: Am Ostersonntag, 21. April, werden Fahrer im Alter von 14 bis 25 Jahren auf Motorrädern mit einem Hubraum bis 250 Kubikzentimeter zum Wettbewerb um die Deutscher Meisterschaft antreten. Mit am Start wird auch das MSC Talent Vincent „Vinni“ Galwitz sein.

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