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Pandemie in Grevenbroich: Neues Corona-Testzentrum gut gestartet

Pandemie in Grevenbroich : Neues Corona-Testzentrum gut gestartet

Im Vereinsheim des TuS Grevenbroich an der Schlossstraße warten 16 Teams im Wechsel auf Kunden. Test gibt es nur nach vorheriger Anmeldung beim Kreisgesundheitsamt.

Das neue Corona-testzentrum in Grevenbroich hat sich in seinen ersten beiden Betriebstagen bewährt. Das sagt Dr. Geert Buß, der die Arbeit dort gemeinsam mit seinem Mediziner-Kollegen Peter Stöcker aus Wevelinghoven organisiert. Noch sei man in dem Multifunktionsraum des TuS Grevenbroich-Neubaus an der Schlossstraße allerdings auf dem Weg, zum alten Rhythmus zurückzufinden. „Das liegt aber nicht an den Räumen, sondern am neuen Computersystem der Kassenärztlichen Vereinigung“, sagt Buß. 16 Teams müssten sich mit dem System vertraut machen. Die Eingewöhnungsphase werde bei der Terminvergabe berücksichtigt.

Die Räume beim TuS könnten gut gelüftet werden. „Das ist wichtig, weil wir ja durchaus auch Menschen bei uns haben, die mit dem Virus infiziert sind.“ Für alle Besucher gelte ein Einbahnstraßensystem, so dass man sich nicht in Quere komme. Mehr als 4320 Test wurden bislang in Grevenbroich genommen. Aus dem Auerbachhaus auf der Stadtparkinsel mussten das CoronaTestzentrum zum TuS umziehen, weil ein Brand die dortigen Räume stark geschädigt hatte.

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In seiner Arztpraxis in Grevenbroich Mitte sei derzeit der angekündigte Impfstoff gegen das Virus das beherrschende Thema. „Viele Patienten fragen mich, wann sie geimpft werden und wie dies vonstatten gehen wird“, sagt Buß. Bei Fragen nach dem Risiko des sehr rasch eingeführten Impfstoffs dämpft Buß Befürchtungen: „Die Art des neuen Impfstoffs war schon länger bekannt und wissenschaftlich untersucht. Man hat ihn auf Covid-19 angepasst.“ Bei der Vielzahl der zu impfenden Menschen sei es „völlig normal“, dass es bei Einzelpersonen zu Problemen komme. In Großbritannien hatten Allergiker heftig auf die Corona-Vakzine reagiert.

Auch zu den Schnelltests hat Buß eine klare Meinung: „Sie sind ganz klar eine Momentaufnahme.“ Wer einen Schnelltest nutzen wolle, um am Heiligabend die Gefahr für Verwandte auszuschließen, sollte diesen Schnelltest am Besten am 24. Dezember morgens machen. „Dann ist abends seine Aussagekraft besonders hoch.“ Je mehr Stunden und Tage seit einem Schnelltest verstrichen seien, desto ungenauer werde dieser.

Die für manche Berufsgruppen, wie Lehrer, ins Gespräch gebrachte Selbsttestung hält Buß für wenig erfolgversprechend. Um einen brauchbaren Abstrich zu bekommen, müsse ein Wattestäbchen schon tief in den unteren Nasengang eingeführt werden. „Machen wir uns nichts vor, dies ist äußerst unangenehm.“ Bei einem Selbsttest sei mutmaßlich der Eigenschutz-reflex zu stark, als dass ungeschulte Personen einen brauchbaren Abstrich erhielten. „Wenn man tatsächlich auf solche Tests setzen möchte, müsste man meiner Meinung nach Personal eigens dafür schulen.“

Im Coronatestzentrum Grevenbroich gibt es Tests nur auf Anmeldung beim Kreisgesundheitsamt. Laut Buß müssen Menschen entweder Symptome der Infektion zeigen, mit Infizierten direkt zusammengekommen sein oder zu Berufsgruppen gehören, die regelmäßig getestet werden.