OSD-Streifen in Grevenbroich sollen ausgebaut werden

Stadtteilgespräch mit Bürgermeister Krützen : Grevenbroich will die Streifen des Ordnungs- und Servicedienstes deutlich ausbauen

Nach dem Einsatz des Ordnungs- und Servicedienstes ist es im Bahnhofsviertel ruhiger geworden. Das wurde beim Stadtteilgespräch für die Grevenbroicher Mitte deutlich. Bürgermeister Klaus Krützen will den Dienst noch verstärken.

Die Situation im Bahnhofsviertel hat sich offenbar entspannt. Seitdem der Ordnungs- und Servicedienst (OSD) dort regelmäßig patrouilliert, ist es viel ruhiger geworden, sagte eine Bewohnerin des Quartiers beim Stadtteilgespräch des Bürgermeisters. Dennoch will Klaus Krützen diesen Dienst im nächsten Jahr verstärken.

In den Dörfern kommen bis zu 150 Besucher zu den Gesprächen des Verwaltungschefs. Die Resonanz auf den ersten Termin für die Kernstadt war deutlich geringer: Knapp 20 Besucher – was Krützen überraschte. „Offenbar ist in der City alles in Ordnung“, versuchte er der mageren Zuschauerkulisse einen positiven Aspekt abzugewinnen.

Grevenbroich zählt mittlerweile weit mehr als 67.000 Einwohner – die Stadt wächst. Nur nicht im Kern, sagte Planungsamts-Chefin Dorothea Rendel. Abgesehen von kleineren Baugebieten gebe es dort keine großen Entwicklungspotenziale mehr. „Wir haben kaum Reserven für Wohn- und Gewerbeflächen.“

Das liegt vor allem daran, dass die Kernstadt von Grünflächen „umzingelt“ ist. Das hat einen Vorteil, insbesondere in heißen Sommern. „Hier findet Luftaustausch statt“, sagte Peter Mühlenbruch von den Stadtbetrieben. „Das sorgt für ein gesundes Wohnklima.“ Alleine 575 Bäume stehen in unmittelbarer City-Nähe. „Welche Kommune hat das schon?“

Aber nicht alles ist im grünen Bereich. Die Leerstände im Handel sind immer noch ein Problem, ebenso Wettbüros und Monteurswohnungen im Bahnhofsviertel, die planungsrechtlich nicht verhindert werden können, sagte Dorothea Rendel. Auch die Spielhallendichte betrachte er mit „großer Sorge“, gab Klaus Krützen zu. „Da würden wir gerne restriktiver herangehen.“

Der im Juli ausgebaute Streifendienst des OSD sei erfolgreich angelaufen, resümierte Ordnungsamtsleiter Sebastian Johnen. Das dreiköpfige Team – verstärkt durch zwei Auszubildende und im Sommer durch private Security-Kräfte – habe sich bewährt. 2019 ist ein Ausbau um drei Mitarbeiter und weitere drei Azubis geplant. Und: Künftig soll der OSD auch zu noch späterer Stunde ausrücken. Im Winter bis 22, im Sommer bis 1.30 Uhr.

Mit Hilfe des Integrierten Stadtentwicklungs-Konzeptes (ISEK) sei in der Vergangenheit einiges in der City passiert: Die „kleine Bahnstraße“ wurde umgebaut, der restliche Abschnitt zwischen Ostwall und Denkmal wird 2019 in Angriff genommen – dazu soll es eine separate Bürgerversammlung geben. Aktuell laufen die letzten Sanierungsarbeiten in der Turnhalle am Schlossstadion, die Wiedereröffnung ist für Montag vorgesehen. Die Halle und das nebenan liegende neue TuS-Gebäude sollen künftig auch für die Kinder- und Jugendarbeit genutzt werden“, sagte Jugendamtsleiterin Birgit Schikorra. Auch der auf dem Ascheplatz im Bend geplante Jugendpark nehme allmählich Formen an. Im Februar soll ein erster Entwurf skizziert werden.

Wie das Raumproblem in der Grundschule St. Martin gelöst werden soll, ist noch unklar. Aktuell liegt der Verwaltung ein Antrag vor, der eine Verlagerung der Kita am Hartmannweg auf das alte Bauhof-Gelände vorsieht. Die Schule könnte dann auf dem frei werdenden Grundstück der Tagesstätte erweitert werden. „Wir werden eine Arbeitsgruppe bilden, um diese und andere Möglichkeiten auszuloten“, sagte Schulamtsleiter Thomas Staff.

Dennoch ist Handlungsbedarf gegeben. Denn die Bausubstanz der Grundschule lässt zu wünschen übrig – vor allem die Toiletten sind in einem äußerst schlechten Zustand. Klaus Krützen sagte dem Lehrerkollegium in dieser Sache einen Ortstermin der Verwaltung zu. Der Bürgermeister machte aber auch deutlich, dass die Stadt „noch viele andere Themen vor der Brust“ habe: „Etwa die Erweiterung der Grundschule in Kapellen oder die geplante dritte Gesamtschule, die perspektivisch hohe Finanzmittel binden werden.“

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