Grevenbroich: Ordnungsamt fehlt Personal

Grevenbroich : Ordnungsamt fehlt Personal

Anwohner der Stadtparkinsel bemängeln, das Ordnungsamt greife dort mit Blick auf das Glasverbot nicht entschieden genug durch. Tatsächlich mangelt es an Personal. Trotzdem soll das Verbot ausgeweitet werden.

Mit dem neuen Müll-Konzept will die Stadt das Problem wilder Abfallablagerungen im Stadtgebiet in den Griff kriegen. SPD-Ratsherr Holger Holzgräber wirbt für den 15 Maßnahmen umfassenden Katalog. Er ist überzeugt, dass er zu einer Verbesserung führt. "Der Mix macht's", sagt Holzgräber. Doch einige Punkte sind umstritten, zum Beispiel die geplante Ausweitung des Glasverbots. Das Problem: Schon jetzt hat das Ordnungsamt der Stadt zu wenig Mitarbeiter, um es durchzusetzen. Manche Anwohner der Stadtparkinsel kritisieren gar, dort würden sie die Mitarbeiter des Ordnugsamtes zur Durchsetzung des Glasverbotes so gut wie nie sehen.

Jens Budke ist einer der Anwohner. "Was nutzt ein Verbot, wenn die Einhaltung nicht kontrolliert wird?", fragt er. Die Antwort liefert er gleich mit: "Gar nichts nutzt es." Beinahe täglich treffe sich eine Gruppe junger Erwachsener in den Abendstunden auf der Stadtparkinsel. Mitunter arte das in nächtliche Partys aus — inklusive Saufgelage. "Manche Anwohner haben Angst und meiden den Bereich", sagt Budke. Die Spuren der Exzesse, die dort vor allem im Bereich des Parkplatzes stattfänden, seien für jeden sichtbar: leere Wodkaflaschen, zusammengeknüllte Verpackungen von Fastfood-Menüs, Zigarettenkippen. "Das macht bei Gästen, die in die Stadt Grevenbroich kommen, einen miserablen Eindruck", sagt Jens Budke.

Mehr Kontrollen gewährleisten könnte ein Ordnungs- und Servicedienst (OSD), wie ihn die Stadt dem Rat vor der Sommerpause vorgeschlagen hat. Der Plan: Drei Praktikanten werden speziell für ihre Aufgaben ausgebildet, sie sollen später auch für die Ordnungspartnerschaft mit der Polizei und für Gaststätten-, Gewerbe- und Preisüberwachungs-Kontrollen zuständig sein. Während der Ausbildungszeit könnte — so die Vorstellungen aus dem Rathaus — ein privater Sicherheitsdienst die Kontrollen übernehmen. "Das ist ist aber eine politische Entscheidung", meint Ordnungsamtleiter Udo Robling. Und nicht nur das: Auch der Rhein-Kreis muss der unter Finanznot leidenden Stadt eine solche Investition genehmigen.

Daran aber glauben viele Bürger nicht. Das wurde beim letzten Treffen der "Stellwerk-Initiative" deutlich. "Solche Zusatzausgaben wird der Kreis doch nie genehmigen", war dort die einhellige Meinung. Nicht mal die anwesenden Ratsmitglieder Holger Holzgräber und Martina Suermann (ebenfalls SPD) widersprachen. Florian Merker, Vorsitzender der Jungen Union im Rhein-Kreis Neuss und Anwohner der Stadtparkinsel, sieht eine Ausweitung des Glasverbots auch eher nüchtern. "Das wäre wohl eher etwas für die Akten. Um es durchzusetzen, fehlt es aber ganz einfach an Ressourcen", sagt er.

(NGZ)
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