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Grevenbroich: Online-Kauf: Wie Händler sich halten

Grevenbroich : Online-Kauf: Wie Händler sich halten

Shopping per Mausklick wird für viele Kunden immer attraktiver. Was Grevenbroicher Einzelhändler tun, um ihre Stärken zu zeigen und sich gegen die Online-Shops zu behaupten: Sie setzen auf Service, Beratung und Aktionen.

Funkelnde Ohrringe, ein spannendes Buch oder ein neuer Fernseher – mit einem Klick sind diese Waren im Internet gekauft. In Grevenbroich ist die Konkurrenz durch das Netz je nach Branche unterschiedlich ausgeprägt zu spüren. "Unsere Kundinnen schätzen das Einkaufserlebnis, zu dem Bedienung, Beratung und Service gehören", sagt Stephan Magnus, Geschäftsführer des Damenmode-Anbieters Gerry Weber.

Jürgen Müller, Inhaber von EP Bodewitz, beobachtet seit "zwei, drei Jahren" die stärkere Online-Konkurrenz. Ernst-Walter Poser vom gleichnamigen Juwelier-Geschäft nennt einen "steigenden Anteil von Kunden, die nach Netz-Käufen wegen Reparaturen fragen". – "Wir spüren ein geändertes Kauf-Verhalten: zum einen durch Onlineanbieter, zum anderen durch die Digitalisierung", sagt Dirk Lengersdorf, Geschäftsführer der Mayer'schen Bücherstube Krause. Manchmal würden Kunden auch fragen: ,Wie lange sind sie noch da?", doch er glaubt an den Standort Grevenbroich.

"Manche Branchen spüren die Online-Konkurrenz stärker", sagt Anne Linnenbürger-Schauer, Sprecherin des Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverbands. Als Beispiele nennt sie "Fototechnik, Bücher, Tonträger, Kleidung und Schuhe". Der stationäre Einzelhandel würde deshalb seine Stärken wie Beratung, Events, Zusatzangebote oder individuelles Sortiment ausspielen oder auch selbst als Online-Anbieter aktiv werden. "Wir beobachten, dass die beiden Vertriebswege immer stärker verzahnt werden und sich gegenseitig unterstützen", so Linnenbrügger-Schauer. Kunden würden sich online informieren, stationär kaufen oder stationär ausprobieren und online bestellen. Jürgen Müller erklärt Preisdifferenzen zu Online-Shops mit Hinweisen auf Service und Garantie: "Das billigste Angebot ist nicht immer das günstigste."

Bei "Lederwaren Schnorrenberg" informiert man die Kunden über Neuheiten seit einem halben Jahr auch im sozialen Netzwerk Facebook: "Das kommt gut an. Dadurch können wir auch jüngere Käufer für uns interessieren", sagen die Verkäuferinnen Victoria Just und Gudrun Hassel.

Wie würden Stadtzentren aussehen, wenn immer mehr Geschäfte schließen würden? "In Grevenbroich stehen einige Ladenlokale leer. Das zeigt, dass es für einige Händler schwieriger geworden ist", meint Dirk Lengersdorf. Helfen könnten Initiativen wie die Plakataktion "Meine Stadt soll leben", die das Kundenbewusstsein für lokalen Konsum stärken. "Unsere Kunden sollen darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie selbst es in der Hand haben, wie ihre Stadt in Zukunft aussehen wird", erläutert Simone Thelen, Sprecherin der Mayer'schen Buchhandlung.

Eine verödete Innenstadt, die für Menschen nicht mehr attraktiv ist, die niemand mehr besucht – das ist auch für Stephan Magnus eine "erschreckende Vorstellung": "Wo würde das hinführen?"

(NGZ)