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Grevenbroich: Omas Christbaumkugeln werden wie ein Schatz gehütet

Grevenbroich : Omas Christbaumkugeln werden wie ein Schatz gehütet

Wenn sie nur einmal mit dem Finger gegen die dünne Außenhaut schnipsen würde, würden sie sofort zerbrechen. Da ist sich Christiane Waschul aus Grevenbroich sicher. Allein deshalb behandelt sie die historischen Christbaumkugeln ihrer Großmutter wie rohe Eier. Doch die Zerbrechlichkeit der filigran gearbeiteten Baum-Deko aus Glas ist nicht der einzige Grund. "Für mich ist es auch ein Andenken an meine Oma. Deshalb ist es mir sehr wichtig, dass die Kugeln nicht kaputt gehen", sagt Christiane Waschul, die die bunten Kugeln das Jahr über extra sicher in einem Zusatz-Karton verstaut. "Meine Oma hat mir die Dekoration noch zu ihrer Lebzeit geschenkt", erzählt die Grevenbroicherin, die das Alter der Christbaumkugeln auf etwa 40 Jahre schätzt. Es soll keine Massenware sein: "Die Kugeln sind sehr fein gearbeitet. Auf manchen ist auch noch weißes Puder erhalten."

Normalerweise hängt die 48-Jährige die Kugeln an Weihnachten standesgemäß - und mit viel Vorsicht - auch an einen Christbaum. "Dieses Jahr bleiben die Kugeln allerdings sicher verstaut", erzählt Christiane Waschul. Der Grund: In ihrer Wohnung sind seit kurzem zwei verspielte französische Bulldoggen unterwegs. "Die spielen mit allem, was nach Ball aussieht", sagt Waschul und lacht. Immerhin sind die alten Christbaumkugeln nur minimal kleiner als Tennisbälle. Eine einheitliche Farbe haben die runden Schönheiten, die glänzen, wenn sie angestrahlt werden, übrigens nicht. "Die Kugeln haben verschiedene Farben. Einige sind gold, ich habe aber auch noch grüne und sogar pinke. Ein paar sind auch mehrfarbig gestaltet."

Christiane Waschul will die alte Dekoration ihrer Großmutter hüten wie ein Schatz. "Von ihr habe ich auch eine Tannenbaumspitze übernommen. Die ist allerdings noch nicht ganz so alt wie die Christbaumkugeln", erzählt die Grevenbroicherin, die Weihnachten früher immer mit ihrer Großmutter gefeiert hat. Allein deshalb verbinde sie so viel mit den bunten Glaskugeln, von denen nur noch wenige Exemplare übrig sind. Die meisten der zerbrechlichen Teile seien in den vergangenen Jahren kaputt gegangen. Auch nach dem Tod ihrer Großmutter steht bei Christiane Waschul das Familienleben insbesondere an Weihnachten im Vordergrund: "Wir feiern mit unserem Sohn und mit meinen Eltern", spricht die 48-Jährige auch für ihren Mann. An Heiligabend soll es bei ihnen - ganz traditionell - Würstchen mit Kartoffelsalat geben.

(cka)