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Grevenbroich: Oldie-Fans schwören auf "Sänfte" von Renault

Grevenbroich : Oldie-Fans schwören auf "Sänfte" von Renault

Vor zehn Jahren gründete Martin Zabel aus Gustorf die "R 16-Freunde Grevenbroich", nun gibt's ein Oldie-Treffen in Neuenhausen.

Ex-Bürgermeister Erich Heckelmann fuhr einen, sein Nachfolger Theo Hoer ebenso, und auch heute hat der kantige R 16 von Renault eine treue Fangemeinde in Deutschland. Vor zehn Jahren rief der Gustorfer Martin Zabel die "R 16-Freunde Grevenbroich" ins Leben. Zum runden Geburtstag richtet die Interessengemeinschaft am Himmelfahrts-Wochenende in Neuenhausen ein R 16-Familientreffen aus, zu dem sich bereits Oldtimer-Besitzer aus Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden angemeldet haben.

Ob der kantige Franzose schön ist, darüber dürften so manche Autofreunde streiten. Doch: Der R 16 war auf deutschen Straßen der 60er Jahre das erste Schrägheck-Auto in der gehobenen Mittelklasse. "Er bietet jede Menge Platz — und mit seiner weichen Federung bewegt man sich wie in einer Sänfte", nennt Martin Zabel, der Denkmalpfleger bei der Stadt ist, einige Vorzüge seines Autos. Seit 22 Jahren fährt er einen R 16 TS von 1976 mit 83 PS. "Meinen ersten R 16 kaufte ich als Student, nachdem mein VW Käfer den Geist aufgegeben hatte." Der zweite folgte 1988 — "und seitdem hat mich das R 16-Virus nicht mehr losgelassen", erzählt Zabel.

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1,8 Millionen Exemplare des Modells rollten von 1965 bis 1980 von den Fließbändern. Etliche davon wurden nach Deutschland importiert. "Unter anderem bei Lehrern und Architekten war der R 16 beliebt", so Zabel. Allerdings sorgte der Rost dafür, dass die Zahl des Schrägheck-Wagens deutlich schrumpfte — mehrere Hundert gibt es aber auf jeden Fall noch in Deutschland.

Von dem fünftürigen Franzosen begeistert ist auch Rolf Stauber, der 59 Jahre alte Hürther gehört ebenfalls zum lockeren Zusammenschluss der R 16-Freunde mit 20 bis 25 Mitgliedern. "Mit meinem R 16 bin ich in Österreich im Schnee durchgekommen, wo noch nicht einmal der Schneepflug mehr fuhr", erzählt Stauber. Im Ruhestand wollte er einen Oldtimer kaufen und suchte bewusst nach einem R 16, "weil dieser Wagen bei Oldtimertreffen hier fast nie zu sehen war". Mit seinem roten 69er-Modell geht er auch heute noch auf große Tour — etwa ins R 16-Heimatland Frankreich. Auch Zabel unternimmt mit seinem Oldie Ausflüge und fährt zu Oldtimertreffen. Den Wohnwagen von 1970 braucht sein blauer R 16 aber heute nicht mehr zu ziehen.

Die Interessengemeinschaft will den R 16 als Kulturgut pflegen. Die Mitglieder, einige kommen sogar aus Bayern, Ostfriesland und Belgien, helfen sich bei der Beschaffung von Ersatzteilen und tauschen Erfahrungen aus. Martin Zabel gibt für die R 16-Freunde regelmäßig die Zeitschrift "La Gazette de Renault Seize" heraus.

Zurzeit wird zum Zehnjährigen das internationale R 16-Familientreffen vom 29. Mai bis 1. Juni auf dem Gelände des 1. FC Grevenbroich-Süd vorbereitet. "Wir rechnen damit, dass rund 50 R 16-Besitzer mit ihren Autos anrollen", sagt Zabel. Für Freitag, 30. Mai, steht ein Familientreffen mit Ausfahrt auf dem Programm. Am Samstag, 31. Mai, lockt ein offenes Oldtimertreffen mit Wagen auch anderer Marken Autofans, auch einen Teilemarkt soll es geben. Um 19 Uhr steigt ein Konzert mit der Coverband "Melschewski" — der Eintritt ist frei.

(NGZ)