Caritas-Projekt: Finanzielle Basis droht wegzubrechen: Ohne Sponsoren geht bei "AGE" das Licht aus

Caritas-Projekt: Finanzielle Basis droht wegzubrechen : Ohne Sponsoren geht bei "AGE" das Licht aus

Von Daniela Buschkamp

Von Daniela Buschkamp

Das Caritas-Projekt "AGE" (Aktivieren, Gestalten, Engagieren) steht vor einer ungewissen Zukunft. "Zum 31. Dezember 2003 läuft die auf drei Jahre beschränkte Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen aus", sagte Sozialarbeiter Dirk Stegemann. Damit steht die Finanzierung auf wackligen Beinen. Mitarbeiterin Ursula Mordelt (Foto) und Sozialarbeiter Dirk Stegemann versuchen jetzt, die Agentur mit Hilfe von Sponsoren zu erhalten. NGZ-Foto: H. Jayzk

Um das "Aus" zu verhindern, macht sich das AGE-Team jetzt auf die Suche nach Sponsoren. Zurzeit haben Dirk Stegemann und Ursula Mordelt, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit und Beratungen bei AGE, ein Rundschreiben an potenzielle Sponsoren auf dem Tisch liegen. "In den kommenden Wochen sollen rund 200 Unternehmen, Kleinbetriebe, Rechtsanwälte und Ärzte angeschrieben werden", sagt Mordelt. Bei ihnen stellt sich das Projekt AGE mit einer kurzen Broschüre vor. Damit sollen sie überzeugt werden, seine finanzielle Zukunft zu sichern.

"Pro Jahr brauchen wir zwischen 50.000 und 70.000 Euro", sagt der Sozialarbeiter. Damit werden zum Beispiel seine ganze Stelle bezahlt, außerdem die halbe Stelle für eine Verwaltungsfachkraft finanziert. "Gerade bei einer Freiwilligen-Vermittlungsagentur wie AGE ist es wichtig, dass es einen Koordinator und zentralen Ansprechpartner gibt", meint Stegemann. Ohne seine Stelle sei AGE kaum arbeitsfähig. Auch der Verwaltungsaufwand, um Ehrenamtler in die unterschiedlichsten Beschäftigungen zu vermitteln, sei "immens".

"Wir hoffen jetzt natürlich auf die Unterstützung durch Sponsoren", sagt Ursula Mordelt. Sie ist davon überzeugt, dass das Caritas-Projekt mit seinen bisherigen Erfolgen eine "Bereicherung für die Stadt Grevenbroich" darstellt. "Bei der momentanen Finanzlage können wir natürlich nicht auf städtische Hilfe hoffen", so Mordelt. Deshalb sollen jetzt mit der Suche nach Geldgebern in der Wirtschaft neue Wege beschritten werden. Und dabei kann "AGE" auf einige Erfolge verweisen.

Gestartet ist das Caritas-Projekt mit dem Ziel, Menschen ab dem 50. Lebensjahr, insbesondere Ruheständlern, bei der Vorbereitung und Gestaltung ihrer Lebensphase "nach dem Beruf" zu helfen. Neben dem Internetcafé, Seminaren und Workshops sowie den neu gegründeten ZWAR-Gruppen (Zwischen Arbeit und Ruhestand) ist die "Agentur für gesellschaftliches Engagement" ein wichtiges Standbein. Sie schlägt eine Brücke zwischen Menschen, die ihre Freizeit aktiv gestalten wollen, und Tätigkeitsfeldern und informiert sich bei Verbänden und Organisationen über ihren aktuellen Bedarf an Ehrenamtlern.

Ursula Mordelt übernimmt mit Birgit Zehner Reichel die Engagementberatung. "Wir legen Wert auf Qualität, nicht auf Quantität", betont Mordelt, die selbst zu den "Aktiven der ersten Stunde" zählt. Bei der Vermittlung sei es wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, nach einer zu ihnen passenden Tätigkeit zu suchen und gemeinsam die Bedürfnisse und Möglichkeiten auszuloten.

Die Angebotspalette ist dabei bunt: Betreuer für Senioren, Unterstützer bei Schul-Arbeitsgemeinschaften oder Fußballtrainer stehen ganz oben auf der Wunschliste. Auch für das derzeit kleine Team der Freiwilligen-Vermittlung selbst werden noch Helfer gesucht. "Es wäre schade, wenn wir 2004 nicht weiter machen können", sind Mordelt und Stegemann überzeugt. Infos unter 02181/4757670.

(NGZ)
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