1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Obdachlosen-Herberge für kalte Nächte in Grevenbroich

Stadt Grevenbroich richtet Notschlafstellen ein : Obdachlosen-Herberge für kalte Nächte

Die Stadt hat in der Flüchtlingsunterkunft am Langer Weg eine Notschlafstelle eingerichtet. weitere Plätze gibt es in Noithausen. „Niemand soll im Winter draußen im Kalten übernachten müssen“, sagt Fachdienstleiter Hartmut Deußen.

Rechtzeitig zum Winter hat die Stadt vorgesorgt: Die Verwaltung bietet obdachlosen Menschen für kalte Nächte Notschlafstellen an. Zusätzlich zu den Plätzen in der Obdachlosenunterkunft am Rittergut in Noithausen, die als erste belegt werden, wurden für größeren Andrang sechs weitere Notschlafstellen in der leer stehenden Flüchtlingsunterkunft am Langer Weg in Gindorf geschaffen. „Niemand soll bei Kälte draußen übernachten müssen“, betont Fachdienstleiter Hartmut Deußen von der Stadt.

Ein Raum mit sechs Betten, Tisch, sechs Stühlen sowie einem Abfalleimer – karg geht es in den Notschlafstellen im Wohncontainer am Langer Weg zu. Ein gewaltiger Kontrast zu weihnachtlich geschmückten Wohnräumen, in dem wohl die meisten Grevenbroicher die Festtage verbracht haben. Doch die spartanische Ausstattung erfüllt ihren Zweck. „Wärme, ein Bett, eine Duschmöglichkeit – damit sind die Menschen, die hier eine Notschlafstelle suchen, zufrieden“, sagt Hartmut Deußen. Essen und Trinken müssen Obdachlose in die Notschlafstellen mitbringen, Tiere sind nicht gestattet. Der Raum ist nicht als Dauerbleibe gedacht, sondern für die Nacht für Menschen, die sonst auf der Straße leben. Die Notschlafstellen können, wie Stadtsprecher Stephan Renner erläutert, ab 18 Uhr bezogen werden und müssen bis 8 Uhr wieder geräumt werden – im Gegensatz zu den anderen Plätzen in der Unterkunft am Rittergut, die Wohnungslosen ein dauerhafteres Domizil bietet. 26 Menschen leben dort zurzeit.

Eine Obdachlosenszene wie in Großstädten gibt es laut Deußen in Grevenbroich nicht. „Viele Obdachlose haben Bekannte, bei denen sie in kalten Nächten unterkommen können.“ Für die übrigen will die Stadt für warme Schlafgelegenheit sorgen. Im vergangenen Winter hatte sie erstmals Notschlafstellen angeboten – in einem Container in Frimmersdorf. In Anspruch genommen wurden sie aber nicht. In diesem Jahr gibt es anderswo eine Übernachtungsmöglichkeit. Da die Mietzeit für die 2016 am Langer Weg in Gindorf aufgestellten Container in wenigen Monaten endet und dieser Standort im Sommer aufgegeben wird, sind die Flüchtlinge bereits in andere Unterkünfte umgezogen. Dies ermöglicht die Nutzung als zusätzliche Notschlafstelle.

Diese Lösung ist laut Stadt auch „im engen Austausch mit dem Verein Gindorf e.V. und der örtlichen Schützenbruderschaft entwickelt“ worden. „Die Stadt hatte zunächst erklärt, dass die Unterkunft am Langer Weg auf zwei Jahre befristet ist. Nach rund zweieinhalb Jahren haben wir nachgefragt, wie der Stand ist, wie es weitergeht“, sagt Holger Kremer, Vorsitzender von Gindorf e.V. „Wir sind mit der Lösung zufrieden“, die Zusammenarbeit mit der Stadt sei gut.

Die Wohncontainer am Langer Weg werden nun für die Rückgabe renoviert. Bestehen bleiben in Gustorf/Gindorf die Flüchtlingsunterkünfte im früheren Bahnhofsgebäude und im umgebauten Supermarktgebäude an der Provinzstraße.