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Grevenbroich: Nutrias sorgen für Ärger bei Landwirten

Grevenbroich : Nutrias sorgen für Ärger bei Landwirten

Sie bevölkern so ziemlich jedes öffentliche Gewässer in der Stadt, dabei gehören sie hier eigentlich gar nicht hin: Nutrias. Die aus Südamerika stammenden Nager haben in Europa dennoch ein Zuhause gefunden – und sind oftmals gar erstaunlich zahm.

Das täuscht Spaziergänger oft darüber hinweg, dass die Tiere für ernsthafte Probleme sorgen: Sie buddeln im Ufer bis es absinkt, sie benagen den Wurzelbereich prachtvoller Bäume – und werden für manchen Landwirt zur echten Plage. Zuckerrüben zum Beispiel haben die Biberraten gerne auf ihrem Speiseplan. Dabei scheren sie sich wenig darum, ob sie einen hohen Ernteschaden verursachen.

Doch genau das ist mitunter der Fall. Hinrich Doering, Abteilungsleiter Gewässer im Erftverband, kennt das Problem. "Nutrias sind durchaus in der Lage, auf einem Rübenacker einen Schaden von 5000 bis 10 000 Euro anzurichten", sagt er. Und da die Tiere keine natürlichen Feinde haben und die Nahrungskette nicht für eine Regulierung sorgt, vermehren sie sich rasant: Ein Wurf kann bis zu acht Junge umfassen, die nach einem halben Jahr geschlechtsreif sind. Pro Jahr sind zwei bis drei Würfe möglich.

Dennoch mussten Jäger lange Zeit eine Ausnahmegenehmigung beantragen, wenn sie Nutrias jagen wollten. Zudem bedurfte es eines triftigen Grunds – wie eben der Zerstörung von landwirtschaftlichem Anbei. "Eine Ausnahmegenehmigung benötigen Jäger jetzt nicht mehr", sagt Doering. "Allerdings muss es nach wie vor einen solch triftigen Grund für die Jagd geben."

Auch Norbert Wolf, Umweltbeauftragter der Stadt, kennt das Nutria-Problem. "Die Tiere sind äußerst clever", sagt er. "Ich habe schon oft beobachtet, dass sie auf einem Rübenfeld die äußeren Reihen stehen lassen und sich im Inneren austoben." Der Grund: Nutrias bevorzugen es, sich eher versteckt zu bewegen. Wie viele Nutrias es im Stadtgebiet gibt, lässt sich nicht abschätzen. Sicher aber ist: Sie gibt es an fast jedem Gewässer.

(NGZ)