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Grevenbroich: Nur zwölf Fahrgäste nutzten den Nachtbus

Grevenbroich : Nur zwölf Fahrgäste nutzten den Nachtbus

Das Angebot ist gut, da ist sich der Planungsausschuss einig. Aber: Die Nachtbusse werden nicht angenommen. Seit Jahresbeginn fuhren nur zwölf zahlende Fahrgäste mit.

Das Angebot ist gut, da ist sich der Planungsausschuss einig. Aber: Die Nachtbusse werden nicht angenommen. Seit Jahresbeginn fuhren nur zwölf zahlende Fahrgäste mit.

Der Jugendrat wollte sie, und auch die Bürgermeisterin setzte sich mehr als ein Jahr lang vehement für den Busse ein. Seit Mitte Januar gibt es sie — und sie bringen Nachtschwärmer, die in Düsseldorf oder Neuss auf Achse waren, wieder zurück nach Grevenbroich. Zumindest theoretisch. Denn die erste Bilanz nach drei Samstagen sieht eher ernüchternd aus: "Im Schnitt nutzten lediglich vier zahlende Fahrgäste pro Wochenende das Angebot", sagte Dezernent Werner Hoffmann im Planungsausschuss.

Die Stadt fördert die Busse mit rund 5000 Euro. Dafür setzt der Busverkehr Rheinland (BVR) in der Nacht zum Sonntag zwei Fahrzeuge am Kapellener Bahnhof ein, die nahezu sämtliche Stadtteile ansteuern. "Jetzt müssen aber auch Leute einsteigen", sagte Werner Hoffmann. Nicht ohne Grund: Wird der Bus nach einer einjährigen Testphase nicht angenommen, muss er wieder abgesetzt werden. Der Dezernent appellierte an die Ausschussmitglieder, in ihren Dörfern möglichst viel Werbung zu betreiben.

Untätig sei die Stadt nicht gewesen, betonte Ursula Hauguth von der Verkehrslenkung: "Wir haben die Mitglieder des Jugendrates mit Flugblättern ausgerüstet, Info-Material im Café Kultus und im Bürgerbüro ausgelegt." Auch auf der städtischen Homepage werde für das Angebot geworben.

Aber es muss noch mehr getan werden, um die nächtliche Busverbindung bekannter zu machen, meinten die Ausschussmitglieder. Dieter Dorok von den Bündnisgrünen schlug etwa vor, dass die Linien NE 11 und NE 12 so schnell wie möglich in den Fahrplan des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr aufgenommen werden sollen. Dort sucht man sie zurzeit noch vergebens.

Karl-Heinz Wolf (FDP) fürchtet, dass sich der ursprünglich gewählte Name "Disco-Bus" schon zu sehr in den Köpfen der Grevenbroicher eingebrannt habe: "Viele verbinden damit ein Angebot, das sich ausschließlich an Jugendliche richtet. Das Angebot ist aber für alle Altersgruppen interessant." Keine Probleme verband indes Christoph Welskopf (Die Linke) mit der niedrigen Fahrgastzahl: "Der Zuschuss von 5000 Euro ist nicht wirklich hoch. Bei dieser Summe könnte der Bus weiterfahren — egal, ob jemand da drin sitzt oder nicht." Die DB Rheinland-Bus beurteilt die Lage jedoch anders. "Geisterbusse kann sich niemand leisten", betonte unlängst Verkehrsplaner Michael Perschke. "Wenn auf Dauer nur fünf Passagiere befördert werden, rechnet sich das auch für uns nicht." .

Für vollere Busse will sich jetzt auch der Jugendrat einsetzen. "Wir werden unter anderem auf Facebook verstärkt für das neue Angebot werben", sagt Mitglied Fabian Löffler. Er geht davon aus, dass die Fahrgastzahl schon bald höher sein wird: "Im Frühling und im Sommer, wenn es die Leute nach Düsseldorf zieht."

(NGZ/rl)