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Grevenbroich: Norbert Gand krempelt die CDU um

Grevenbroich : Norbert Gand krempelt die CDU um

Nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der CDU-Stadtpartei formuliert Norbert Gand seine Zielvorstellungen. Die zentrale Forderung des 62-Jährigen: Die Mitglieder der Union müssen mehr Bürgernähe praktizieren.

Ein Thema steht ganz oben auf der Arbeitsliste des neuen Parteichefs: "Die CDU muss eine größere Nähe zum Bürger entwickeln", heißt das Schlagwort von Norbert Gand. Da sieht der 62-Jährige das derzeit größte Manko. "Wir müssen mehr raus, um mit den Menschen zu diskutieren, um Kommunalpolitik transparenter zu machen", sagt er. Das sei wichtig: "Denn viele Entscheidungen, die im Rat getroffen werden, haben einen komplexen Hintergrund. Den müssen wir erklären; wir müssen aufklären, bevor Vorurteile entstehen. Das kommt mir zu kurz."

Der Appell des Vorsitzenden an die Mitglieder: Sie sollen aktiv auf die Grevenbroicher zugehen, auf die Vereine und andere gesellschaftliche Gruppen. "Wir werden zudem Stammtische organisieren, Reisen und Exkursionen anbieten, aber auch Feste in den Orten veranstalten, um mit anderen ins Gespräch zu kommen", beschreibt er eine seiner Zielvorstellungen.

Dafür gelte es aber zunächst, die sieben Ortsvereine zu stärken — was auf Mitgliederwerbung hinausläuft. "Auch das ist eine wichtige Aufgabe", meint Norbert Gand mit Blick auf die Statistik. Denn seit 2001 sind der Union rund 200 Parteifreunde verloren gegangen — zurzeit sind es noch etwa 550. "Wenn es uns gelingt, das Interesse für Politik vor Ort zu schärfen, werden wir neue, vor allem auch junge Mitglieder gewinnen", ist Gand überzeugt.

In seiner Doppelfunktion als Vorsitzender von Fraktion und Stadtverband sieht der 62-Jährige keine Probleme. Die Partei rücke damit näher an die Ratsarbeit heran, umgekehrt könnten die im Stadtverband getroffenen Beschlüsse von der Fraktion schneller umgesetzt werden. "Ich sehe darin einen positiven Effekt", sagt Gand.

Knapp einen Monat nach seiner Wahl will der Rechtsanwalt nun mit dem Parteivorstand an einem neuen Handlungskonzept arbeiten, das später auch in den Wahlkampf einfließen soll. Die Stärkung des heimischen Mittelstandes ist dabei ein Ziel. Ein anderes: Grevenbroich soll als attraktive Wohnstadt weiterentwickelt werden. "Mit der geplanten Sanierung des Bahnhofsviertels haben wir einen Anfang gemacht — aber es geht weiter", kündigt er an. Ein Beispiel: Die Erft soll erlebbarer gemacht werden, etwa durch Cafés oder Restaurants in Ufernähe.

"Die CDU wird konzeptionell neu ausgerichtet", erklärt Norbert Gand: "Es wird keine populistischen Versprechen geben — sondern eine realistische Politik, die am Bürger orientiert und auf die Entwicklung der Stadt und ihres Haushalts ausgerichtet ist." Am Erfolg oder Scheitern dieses Vorhabens will er seine Arbeit messen lassen. Gand zeigt sich zuversichtlich, dass ihm diese Aufgabe gelingen wird: "Wir werden gestärkt in den nächsten Wahlkampf ziehen." Und Ursula Kwasny stehe dann wieder an der Spitze.

(NGZ)