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Grevenbroich: Norbert Gand ist neuer CDU-Chef

Grevenbroich : Norbert Gand ist neuer CDU-Chef

Gegen 21.15 Uhr stand das Ergebnis fest: Norbert Gand wurde mit 130 Stimmen zum neuen Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Benedikt Jerusalem unterlag ihm mit 64 Stimmen.

Einen solchen Andrang hat es selten bei einer CDU-Versammlung gegeben: Fast 200 Mitglieder füllten am Mittwoch den Rittersaal des Alten Schlosses. "Wenn es noch Buschtrommeln geben würde, hätte man sie in den vergangenen Tagen bis nach Neuss hören können", wurde angesichts der Massen gewitzelt. Beide Kandidaten hatten vor der Kampfabstimmung offensichtlich die Kräfte in den Ortsverbänden mobilisiert.

Herausforderer Norbert Gand machte klar, warum er neben der Fraktionsspitze auch den Chefposten im Stadtverband anstrebte: "Ich will die Reorganisation der Partei", erklärte der 62-Jährige. Einer seiner Schwerpunkte: "Die Ortsverbände müssen gestärkt werden. Sie sind unsere Säulen, sie haben den unmittelbaren Kontakt zum Bürger." Mehr Basisdemokratie wagen, war das Schlagwort des Rechtsanwalts, der — wie er sagte — auf Bitten eines großen Teils der Fraktion für das Amt kandidierte. Sein Ziel: Gand will im Dreiklang mit der Fraktion, der Partei und auch der Bürgermeisterin ("Sie begleitet meine Kandidatur mit Sympathie") eine schlagkräftige Truppe bilden — vor allem mit Blick auf die Kommunalwahlen in drei Jahren.

Diesen Dreiklang habe er in seiner Amtszeit gepflegt, meinte Benedikt Jerusalem (50): "Da haben wir keinen Nachholbedarf." Was die Parteiarbeit angeht, zeigte sich der Wevelinghovener selbstbewusst: Mit einem "guten Team" an der Seite habe er die Partei in den vergangenen beiden Jahren nach außen hin mehr geöffnet — etwa durch Gesprächskreise und Diskussionsforen. Den Fraktionsvorsitzenden habe er dabei größtenteils vermisst: "Es mag sein, dass das an persönlichen Animositäten liegt", betonte der 50-Jährige. Sein Ziel: Er wolle die CDU optimal auf die Kommunalwahl vorbereiten, nach geeigneten Kandidaten suchen und die Partei parallel dazu inhaltlich aufstellen: "Wir müssen wissen, mit welchem Zukunftsbild wir an den Start gehen wollen."

In geheimer Wahl entschieden sich 130 von 195 Mitgliedern (es gab eine Enthaltung) jedoch für den Fraktionsvorsitzenden, der damit nun auch der Chef der Partei ist. Benedikt Jerusalem, auf den 64 Stimmen entfielen, nahm es mit steinerner Miene entgegen — mit einem gezwungenen Lächeln gratulierte er seinem Herausforderer.

Vor der Wahl hatte Ursula Kwasny erklärt, dass der bei der Stadtverbandswahl vor zwei Jahren geäußerte Wunsch nach einem geschlossenen Auftritt der CDU verhallt sei: "Ich habe das Gefühl, dass er durch ein Nebelhorn ersetzt wurde, das im Norden, Süden und Westen vor sich hin tutet." Kwasny forderte mehr Harmonie in der Partei und einen Aufbruch zu "neuen und glücklichen Ufern".

(NGZ)