Nikolaus-Ride 2022 in Grevenbroich 250 Nikoläuse knattern durch die Dörfer

Grevenbroich · Wenn sich Anfang Dezember Motorradfahrer ein Nikolauskostüm über ihre Kutte und eine Nikolausmütze über ihren Helm stülpen, dann sind sie für den Verein Kraft-Spenden Grevenbroich unterwegs. So war es in diesem Jahr.

So war der Nikolaus-Ride 2022 in Grevenbroich​
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So war der Nikolaus-Ride 2022 in Grevenbroich

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Foto: Dieter Staniek

Schneidende Kälte konnte ihnen nichts anhaben: Rund 250 Bikerinnen und Biker trafen sich am Sonntagvormittag auf dem Gelände der Firma Wassenberg. Gemeinsam ging es dann auf Tour durch den Rhein-Kreis Neuss. Organisator Uli Stein war mit der Resonanz sehr zufrieden. Die Wertmarken für Speis und Trank gingen weg wie warme Semmeln. „Die Hälfte des Erlöses kommt dem Verein ambulanten Kinderhospiz-Verein „Schmetterling“ zugute, für die andere Hälfte werden wir Pakete für Grevenbroicher Rentnerinnen und Rentner packen. Ausgegeben werden sie am 23. Dezember bei der Existenzhilfe“, erklärte Stein.

Die ersten Maschinen erreichten gegen 9.45 Uhr das Gelände der Firma Wassenberg.  Gut 300 Weckmänner waren für das gemütlich Beisammensein am Nachmittag gekauft worden. Am Grill standen auch Menschen mit Behinderungen aus dem Gustorfer Haus der Lebenshilfe. Die Tour ging über Wevelinghoven, Langwaden, Neukirchen, Rosellerheide, Straberg und Kapellen, die Motorisierung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war höchst unterschiedlich: Jannik Hahne bewegte ein sehr schmalbrüstiges Gefährt  mit Versicherungskennzeichen und einem Spitzentempo von 45 Kilometern pro Stunde. Ökologischer war niemand unterwegs, da das Moped mit Strom angetrieben wird. Vater Thomas Hahn, ebenso wie sein Sohn im Nikolauskostüm, war mit einer Honda CBF 1000 unterwegs. Matthias Jansen ist in 23 Jahren nur sehr selten mit seiner BMW R 1200 unterwegs gewesen. Vorne hatte er auf seiner Maschine ein Plüsch-Rentier festgemacht. Der Grevenbroicher Manfred Neuen (62) hatte sich erst vor kurzem eine Ducati Scrambler zugelegt: „Das war Liebe auf den ersten Blick“, erklärte der Feuerwehrmann.

 Insgesamt 250 Nikoläuse fuhren auf ihren Motorrädern in Kolonne durch einige Ortschaften. Wie immer ernteten sie Applaus.

Insgesamt 250 Nikoläuse fuhren auf ihren Motorrädern in Kolonne durch einige Ortschaften. Wie immer ernteten sie Applaus.

Foto: Dieter Staniek

Es ist schon absurd: Da gibt es rund 250 Motorräder zu bewundern und dann erzielt ein Mann ausgerechnet mit zwei seiner Autos die größte Aufmerksamkeit: Harvey – unter diesem Namen kennen alle das langhaarige Urgestein aus Mönchengladbach. Er ist ein begnadeter Bastler und kam mit einer Beach-Ente vorgefahren. Statt Dach musste ein Sonnenschirm reichen, auch Türen gab es nicht, stattdessen jede Menge Weihnachtsschmuck. Der Fiat 600 Jungler erntete fast ebenso viel Beifall. „Er ist original so gebaut worden“, erklärte Harvey. Christian Kammer lenkte das seltene Strandmobil und stellte folgendes fest: „Die Heizung funktioniert.“ Motorrad fahren ist ein nicht ganz ungefährliches Hobby. Diesmal war der Mann, der normalerweise mit seinem Kastenwagen hinter dem Konvoi herfährt, nicht mit dabei. Das lag vielleicht an Tanja Burmeister aus Düsseldorf mit ihrer Kawasaki Z 750: Sie war der einzige Engel unter den vielen Nikoläusen.

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