Bundesweite Aktion „Night Of Light“ Das Alte Rathaus in Grevenbroich wird illuminiert

Grevenbroich · Am Montagabend gegen 22 Uhr wird das Alte Rathaus in Rot erstrahlen und damit Teil der bundesweiten Aktion „Night of Light“. Damit soll ein Zeichen für die wegen der Corona-Krise schwer angeschlagene und bisher wenig unterstützte Veranstaltungsbranche gesetzt werden.

 Mit insgesamt 50 LED-Scheinwerfern strahlen die Veranstaltungstechniker Lennard Funken (l.) und Gordon Wilhelm am Montag das Rathaus an.

Mit insgesamt 50 LED-Scheinwerfern strahlen die Veranstaltungstechniker Lennard Funken (l.) und Gordon Wilhelm am Montag das Rathaus an.

Foto: Dieter Staniek

„Unsere Hoffnung ist, dass wir dadurch in einen konstruktiven Dialog mit der Politik treten können“, sagt Gordon Wilhelm. Der 26 Jahre alte Veranstaltungstechniker aus Grevenbroich arbeitet seit 2012 in der Branche und ist momentan für eine Hamburger Veranstaltungsfirma tätig. Aufgrund der hohen Einbußen durch die wegfallenden Events würden zahlreiche auslaufende Verträge nicht verlängert – auch seiner nicht.

Zusammen mit zwei ehemaligen Schulkameraden, die ebenfalls als Veranstaltungstechniker arbeiten, hat er sich der Aktionsnacht angeschlossen. Seine beiden Kollegen, Lennard Funken und Jan-Lukas Clever, sind im Gegensatz zu Wilhelm selbstständig – ihre Situation ist aber mindestens genauso existenzbedrohend. „Die Veranstaltungen waren das erste, das abgesagt wurden – und sie werden, jedenfalls in ihrer eigentlichen Größe, das Letzte sein, das wieder erlaubt wird“, sagt Lennard Funken, ebenfalls 26 Jahre alt und aus Grevenbroich. Einziger Lichtblick seien momentan die Autokinos und -konzerte, doch auch hier werde mit knappen Budgets gearbeitet. Eine Dauerlösung sind sie jedenfalls nicht.

Dass ausgerechnet das Rathaus angestrahlt wird, ist kein Zufall. „Es ist ein markanter Punkt in der Stadt“, erklärt Wilhelm. Außerdem, so Funken, sei das Thema am Ende ein politisches. Auch die Farbe Rot hat einen Hintergrund: „Zum einen soll sie unsere Leidenschaft für den Beruf symbolisieren“, sagt Wilhelm, „zum anderen soll sie zeigen: Es ist Alarmstufe Rot, unsere Lage ist bedrohlich.“ In Grevenbroich zumindest stehen die Chancen auf einen gelingenden Dialog scheinbar gut: Die Stadtverwaltung habe sehr positiv auf die Aktion reagiert.

Was den Grevenbroichern noch am Herzen liegt: Die Beleuchtung soll nicht als Aufruf missverstanden werden, sich am Montagabend vor dem Rathaus einzufinden – denn gerade solche Menschenansammlungen sollen ja momentan vermieden werden. „Verstöße gegen die Corona-Regeln wären das Letzte, das die Aktion gebrauchen kann“, sagt Lennard Funken. In ganz Deutschland werden am Montag knapp 5000 Gebäude angestrahlt, ebenso viele Firmen beteiligen sich mit technischem Equipment und persönlichem Einsatz daran.

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