Grevenbroich: Neukirchen: Kampf fürs Bad

Grevenbroich : Neukirchen: Kampf fürs Bad

Eltern aus Neuss und Grevenbroich haben Unterschriften für das Neukirchener Bad an die Bürgermeisterin übergeben. Der Schwimmstätte droht zum 30. September das "Aus". Ursula Kwasny sucht eine Lösung.

So wie Katja Fleischer aus Hemmerden und André Lichtschlag aus Kapellen geht es vielen Eltern: Ihre Kinder lernen schwimmen im Neukirchener Hallenbad, die Eltern sind zufrieden mit den Schwimmlehrern. Zumindest bis 30. September. Dann soll Schluss sein — nicht nur mit Flipper, Seepferdchen und Schwimmabzeichen, sondern mit dem gesamten Betrieb.

"Nur so lange können wir das Bad noch öffnen", sagt Winfried Schmitt, Vereinsvorsitzender des Betreibers TV Jahn Kapellen. Das wollen die Eltern nicht akzeptieren: Sie sammelten Unterschriften, die sie an Bürgermeisterin Kwasny übergaben. "Das Bad soll bestehen bleiben", sagt Andre Lichtschlag. Und: "Wir würden finanzielle Unterstützung leisten", ergänzt Katja Fleischer.

"Das Bad soll bestehen bleiben"

Das Hallenbad verschlingt wie ein Strudel Geld, hauptsächlich für Energie: Der TV Jahn, der die Schwimmstätte vor mehr als zehn Jahren von der Stadt übernommen hat, kann die Kosten nicht mehr allein tragen. Die Stadt hat bereits Zuschüsse gewährt, doch auch für das laufende Jahr fehlen 25.000 Euro. Auch Gespräche zwischen Stadt und Ehrenamtlern wurden geführt — bisher ohne Ergebnis.

Das "Aus" für das Bad ließ jetzt Mütter und Väter, die bei Schwimmlehrerin Ute Köhler schwimmen lernen, aktiv werden. In ihrem Brief an Bürgermeisterin Ursula Kwasny, der der NGZ vorliegt, schreiben sie: "Für uns bedeutet die Schließung, dass unsere Kinder aus laufenden Kursen gerissen werden. Kurse in anderen Bädern — bei fremden, neuen Lehrern — sind meistens bereits belegt." So würden nicht nur die Anfahrtswege verlängert, sondern auch das Schwimmenlernen würde unterbrochen werden. "Wir haben Verständnis für die Zwänge von Verein und Stadt, wir sind deshalb bereit, fehlendes Geld zu erschließen — durch höhere Eintritts- und Kursgebühren sowie durch Sammelaktionen", schlagen die 30 Unterzeichner der Verwaltungschefin vor. Sie ist eine weitere der Gruppe, die Unterschriften für das Bad gesammelt hat.

TV-Vorsitzender Winfried Schmitt freut sich über diese Unterstützung. Im Gespräch mit der Stadt vor drei Wochen habe er die geforderten Zahlen vorgelegt. Jetzt wartet Schmitt auf eine Entscheidung aus dem Rathaus.

Die Entscheidung über die Zukunft des Bades will Bürgermeisterin Ursula Kwasny "so schnell wie möglich fällen": "Natürlich würde ich dem Verein gern helfen." In den kommenden Wochen will sie sich mit dem Sportausschussvorsitzenden und seinem Vertreter treffen, danach mit dem Ältestenrat.

(NGZ)