Grevenbroich: Neues Netzwerk für Senioren

Grevenbroich : Neues Netzwerk für Senioren

Immer mehr Grevenbroicher werden immer älter. Unter dem Motto "Für sich und andere aktiv" will die evangelische Kirchengemeinde den Impuls für ein Netzwerk geben. Das erste Treffen ist am 20. Oktober geplant.

Wenn heute eine Frau im St. Elisabeth Krankenhaus geboren wird, hat sie eine 25-prozentige Chance, 100 Jahre alt zu werden. Immer mehr Menschen werden immer älter. Für die Diakonie ein Grund, den "Demografischen Wandel" auf die Tagesordnung zu setzen. Eine Idee: Ein Netzwerk zu gründen. Ein erster Schritt: zu einem Gruppentreffen in die evangelische Christuskirche einzuladen. "Wir wollen einen Impuls geben, die Wünsche der Älteren erfahren", sagt Monika Ruge (49), Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Grevenbroich.

Die Zahl der Babys sinkt, die Senioren werden immer älter: "Diese Entwicklung hat vielfältige Folgen – für die Gesellschaft, für die Quartiersentwicklung, für die Stadtplanung", nennt Ruge (49) einige Beispiele. Auf diesen Wandel müssten auch die Kirche und die Wohlfahrtsverbände reagieren – in Ruges Augen schnell: "Wir sollten möglichst bald neue Strukturen für eine veränderte Gesellschaft schaffen." Ein neues Angebot für die bald vielen neuen Alten: ein Netzwerk. Vorbilder für Netzwerke gibt es bereits, etwa in Neuss und Dormagen oder den Nachbargemeinden Jüchen und Rommerskirchen.

Veränderungen sind, so die Pfarrerin und Sabine Zweckerl, Vorsitzende des Diakonie-Ausschusses, nur mit Menschen möglich – mit Menschen aus Grevenbroich, die begeistert sind und innovative Ideen haben. Um diese zu finden, wurden jetzt 700 evangelische Christen im Alter von 58 bis 65 Jahren angeschrieben und zum ersten Treffen eingeladen. "Wir hätten gern mehr Menschen erreicht, aber über andere Daten verfügen wir nicht", so Monika Ruge. Sie hofft auf einen Multiplikatoren-Effekt: "Vielleicht werden Partner oder Freunde mitgebracht."

Worum es bei diesem ersten Treffen nicht geht: ein fertiges Konzept für ein neues Netzwerk vorzustellen. "Vielmehr möchten wir von den Grevenbroichern erfahren, was sie von einem solchen Netzwerk wünschen, welche gemeinsamen Unternehmungen sie sich vorstellen können und welche Ideen sie selbst haben", so Ruge und Zweckerl. Ein Netzwerk sei anders als ein Verein konzipiert, frei vom Zwang einer Mitgliedschaft: "Sie müssen nichts und dürfen alles", meint die Pfarrerin mit einem Lächeln.

Beim ersten Treffen in der Christuskirche laute das Ziel, einen Rahmen für das neue Netzwerk zu spannen: "Um Dinge gemeinsam zu entdecken, um Erfahrungen und Wissen zu teilen oder um Zeit sinnvoll zu nutzen", heißt es in der Einladung.

Info Treffen am Donnerstag, 20. Oktober, 18 Uhr, Gemeindesaal der Christuskirche, Hartmannsweg.

(NGZ)
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