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Grevenbroich: Neues Finanzamt hat Bakterien im Trinkwasser

Grevenbroich : Neues Finanzamt hat Bakterien im Trinkwasser

Großzügige Büros in einem schicken Neubau. Eigentlich dürften die 270 Mitarbeiter des 12,6 Millionen Euro teuren Finanzamts an der Merkatorstraße rundum zufrieden sein. So ganz sind sie das aber nicht. Denn was ihnen zum Glück fehlt ist – frisches Leitungswasser.

Wer sich morgens Kaffee kochen oder gegen Mittag ein schnelles Pulver-Süppchen in die Tasse rühren möchte, muss derzeit auf Mineralwasser zurückgreifen. Das steht seit dem Einzug der Finanzbeamten am 28. März in den Teeküchen des Neubaus gleich kistenweise bereit. Aus gutem Grund: Im Leitungswasser sind Bakterien festgestellt worden. An alle Bediensteten der Behörde ging daher die Empfehlung, das kühle Nass vor dem Genuss tunlichst heiß abzukochen. "Das sind reine Vorsichtsmaßnahmen", erklärt Finanzamts-Vorsteherin Gisela Achenbach-Erlenhardt auf Anfrage der NGZ. Um eine Alternative zum Leitungswasser anzubieten, sei den Mitarbeitern Mineralwasser zur Verfügung gestellt worden: "Medium."

Die Bakterien wurden bei einer routinemäßigen Überprüfung des Trinkwassers im Neubau festgestellt. Seitdem beschäftigen sich die Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamtes mit diesem Fall – ohne ihn jedoch bislang abschließen zu können. "Die Leitung ist mittlerweile gespült und desinfiziert worden", erklärt Harald Vieten, Sprecher des Rhein-Kreises Neuss. Danach sei eine weitere Wasserprobe gezogen, die sich allerdings noch zur Untersuchung in einem Labor befinde.

"Wasser stand lange in Rohren"

Um welche Art von Keimen es sich handelt, war Vieten gestern unbekannt. Kolibakterien, die etwa heftigen Durchfall verursachen können, seien es jedoch nicht. Über die Ursache für den Bakterienbefall in der Finanzamts-Wasserleitung könne vor dem endgültigen Ergebnis nur spekuliert werden: "Das Wasser kann schon sehr lange in den Rohren gestanden haben. So etwas trägt natürlich nicht zur Qualität bei", meint Harald Vieten.

Übrigens: Nach Angaben von Mitarbeitern des Amtes konnten die neuen Kaffeemaschinen in der Behörden-Kantine noch nicht genutzt werden. Sie sind direkt an die Leitung angeschlossen und heizen das Wasser nicht genügend auf, um Bakterien absterben zu lassen.

(NGZ)