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Grevenbroich: Neues Eulenhaus im Bend

Grevenbroich : Neues Eulenhaus im Bend

Beim Sommerfest am Sonntag präsentiert das Schneckenhaus-Team den Besuchern erstmals das Erweiterungsareal mit dem großen Eulenhaus. Frei zugänglich ist das Gelände aber nicht, die Tiere sollen nicht gestört werden.

Aus orangefarbenen Augen blickt die junge Waldohreule den Besucher hinter dem Maschendraht an. Einige Meter weiter genießen drei Wildschwein-Halbstarke ein Sonnenbad in ihrem Gehege. Viel Neues gibt es auf dem Areal des Schneckenhauses zu entdecken.

Foto: Berns

Am kommenden Sonntag, 3. Juni, präsentiert das Team um den Umweltbeauftragten Norbert Wolf erstmals die Erweiterungsfläche der Tierschutzstation südlich des Neuenhausener Grabens. Das Besondere: "Das Gelände wird auch in Zukunft nicht frei zugänglich sein", erläutert Wolf. "Es handelt sich um unsere Auswilderungsfläche, die Tiere sollen hier nicht gestört werden. Wir werden aber geführte Besichtigungen anbieten."

Nötig wurde die Erweiterung des Schneckenhaus-Areals, da neben der Besucherzahl auch die Zahl der Pflegetiere stark gestiegen ist. "Im Jahr nehmen wir 1350 Tiere auf, die wollen wir natürlich artgerecht unterbringen. Für die NGZ hängte Wolf jetzt die Absperrkette an der Fußgängerbrücke über den Graben zur Seite und gab den Weg frei.

Eindrucksvoll ist die 20 Meter lange und rund vier Meter hohe Eulenscheune. Die Greifvögel finden in den beiden Volieren viel Platz — und an Holzpaletten-Türmen Möglichkeiten, die Mäusejagd zu trainieren. Schließlich sind die Patienten in Zukunft in der freien Wildbahn wieder auf sich selbst angewiesen. "Einer der drei Waldkäuze kam mit einem Anflug-Trauma zu uns. Der Jungvogel ist gegen etwas geflogen. Ich hatte nicht geglaubt, dass wir ihn durchbringen", berichtet Wolf. In drei Wochen soll der Kauz wieder entlassen werden.

"Im Giebel des Eulenhauses sind Klappen, durch die wir die Vögel in die Freiheit entlassen können, ohne sie vorher einfangen zu müssen", erklärt Wolf die durchdachte Konstruktion des Gebäudes. "Da stecken mehrere tausend Euro drin, zum Glück haben wir den Schneckenhaus-Förderverein." Für eine weitere Vogel-Voliere liegt erst das Fundament, "dafür müssen wir noch einiges an Geld zusammenkratzen", so Wolf. Fertig ist aber das Wildschweingehege mit Suhle und Totholzhaufen — ganz nach dem "Wohngeschmack" der beiden Keiler und einer Bache, die dort leben.

Beim Sommerfest des Schneckenhauses können die Besucher nicht nur das neue Gelände besichtigen. Ein Höhepunkt ist, wenn Pierre Schmidt von der Falknerei Gymnicher Mühle Adler, Bussarde, Falken und Eulen im Freiflug präsentiert und über die Greifvögel informiert. Der Imkerverein Grevenbroich stellt sein Neubauprojekt vor, der Rohbau für den Lehrbienenstand mit Schulungsraum steht bereits. Auch der Arbeitskreis Heimische Orchideen und die NRW-Stiftung sind präsent. Der Hunger hat keine Chance: Kuchen, Leckeres vom Grill und frisch geräucherte Forellen warten auf die Besucher.

(NGZ/rl)